Goldman Sachs sieht 130% Potenzial bei Mobia Medical
Die Medizintechnik-Aktie ist erst seit wenigen Wochen an der Nasdaq – Goldman Sachs empfiehlt den Kauf mit einem Kursziel von 31 Dollar.

Goldman Sachs traut der frisch börsennotierten Mobia Medical eine spektakuläre Kursverdopplung zu. Die renommierte Investmentbank hat die Aktie des Neurostimulations-Spezialisten mit einer Kaufempfehlung aufgenommen und ein Kursziel von 31 Dollar festgelegt. Gegenüber dem Schlusskurs vom Montag von 13,50 Dollar entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 130 Prozent.
Mobia Medical ist erst am 8. Mai 2025 an der Nasdaq gelistet worden – der Ausgabepreis lag bei 15 Dollar je Aktie. Goldman Sachs selbst war neben Bank of America Securities und JPMorgan als Konsortialführer des Börsengangs tätig. Seit dem Börsendebüt ist die Aktie zunächst unter den Ausgabepreis gefallen, legte jedoch am Dienstag infolge der optimistischen Goldman-Einschätzung um 9 Prozent zu. Seit dem Börsenstart ist die Aktie insgesamt um rund 15 Prozent gestiegen.
Goldman-Analyst David Roman begründete die positive Einschätzung in einer Mitteilung an Kunden mit der innovativen Technologie des Unternehmens und den großen Marktchancen. „Basierend auf der innovativen Neurostimulationstechnologie des Unternehmens, den großen Marktchancen, der Performance früherer marktschaffender Medizintechnik-Vergleichswerte [Small- und Mid-Cap] und der prognostizierten Umsatzentwicklung sehen wir die Aktie als einen differenzierten Wachstumswert", schrieb Roman.
Vivistim: Implantierbares System für Schlaganfall-Patienten
Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht das Produkt Vivistim – ein implantierbares Vagusnerv-Stimulationssystem. Es wird in Kombination mit einer Rehabilitationstherapie eingesetzt und soll die Genesung nach einem chronischen Schlaganfall fördern. Laut Goldman Sachs könnte Vivistim allein in den USA rund eine Million Patienten versorgen und damit einen beträchtlichen Teil des Schlaganfallmarktes abdecken.
Der Markt für Schlaganfall-Rehabilitation gilt als erheblich unterversorgt. Jährlich ereignen sich in den USA etwa 800.000 Schlaganfälle, und diese Zahl dürfte laut Analyst Roman weiter steigen – bedingt durch die zunehmende Alterung der amerikanischen Bevölkerung. Mehr als die Hälfte aller Schlaganfallpatienten leidet unter Mobilitätseinschränkungen oder Beeinträchtigungen anderer lebenswichtiger Funktionen.
Roman sieht gleich mehrere Faktoren, die eine starke Marktdurchdringung von Vivistim begünstigen:
- Hoher ungedeckter Bedarf bei Schlaganfall-Patienten
- Begrenzte alternative oder konkurrierende Therapien auf dem Markt
- Eine hochmotivierte Patientenbasis mit starkem Interesse an Genesung
„Wir erwarten eine signifikante Marktdurchdringung angesichts des hohen ungedeckten Bedarfs, der begrenzten alternativen oder konkurrierenden Therapien und der hochmotivierten Patientenbasis", schrieb Roman in seiner Analyse.
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Zur AktienanalyseJunges Unternehmen mit großen Ambitionen
Für deutsche Privatanleger ist Mobia Medical ein typisches Beispiel für eine hochspekulative Small-Cap-Aktie aus dem Medizintechnik-Sektor. Das Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Wachstumsphase, und die Bewertung basiert maßgeblich auf zukünftigen Umsatzerwartungen. Die Unterstützung durch eine Großbank wie Goldman Sachs verleiht dem Titel zwar Aufmerksamkeit, ersetzt jedoch keine eigene Risikoabwägung. Anleger sollten die hohe Volatilität und das begrenzte Handelshistorium der Aktie im Blick behalten.


