Goldman Sachs nimmt ASML, Sika und Puig in Conviction List auf
Die US-Investmentbank aktualisiert ihre europäische Überzeugungsliste für August 2026 mit drei Neuzugängen und zwei Streichungen.

Goldman Sachs hat seine „European Conviction List" für August 2026 aktualisiert. Neu aufgenommen wurden der niederländische Halbleitermaschinenhersteller ASML, das Schweizer Bauchemieunternehmen Sika sowie der spanische Luxusgüterkonzern Puig. Gleichzeitig wurden Schneider Electric und Knorr-Bremse von der Liste gestrichen. Die „European Conviction List" gilt als eine der meistbeachteten Empfehlungslisten der Wall-Street-Bank und bündelt die Aktien, von denen Goldman Sachs-Analysten mit besonders hoher Überzeugung überdurchschnittliche Renditen erwarten.
ASML: Margen sollen bis 2029 auf rund 50% steigen
Für ASML verweist Analyst Alex Duval auf eine verbesserte Visibilität bei Kapazitätserweiterungen, die durch einen starken Auftragseingang in den Segmenten Logic und DRAM getrieben werden. Dies stütze Schätzungen für den Gewinn je Aktie (EPS), die für die Geschäftsjahre 2027 bis 2029 um 5 bis 18% über dem Konsens liegen. Duval erwartet, dass die Margen von etwa 41% im Geschäftsjahr 2026 auf rund 50% bis zum Geschäftsjahr 2029 steigen werden.
Als Treiber dieser Margenausweitung nennt der Analyst Preismacht, eine Verschiebung des Produktmixes hin zu höherpreisigen Plattformen sowie den operativen Hebel. Bemerkenswert ist zudem Duvals Einschätzung zur KI-Debatte rund um ASML: Er widersprach der Darstellung des Unternehmens als reiner KI-Aktie und betonte, dass „über die Hälfte des Umsatzwachstums" aus Nicht-KI-Quellen stamme, ergänzt durch „eine zunehmend breite Kundenbasis". Damit positioniert er ASML als breit aufgestellten Wachstumswert jenseits des KI-Hypes.
Sika: Trendwende bei Volumina als Kaufargument
Das Schweizer Unternehmen Sika rückt ebenfalls auf die Conviction List. Analyst Ben Rada-Martin sieht bei den Volumina eine Trendwende, die sich als nachhaltig erweisen dürfte. Getrieben werde dies durch einen defensiven Mix an Endmärkten, darunter Infrastruktur, Renovierungen und Rechenzentren – Bereiche, die auch in einem schwächeren Konjunkturumfeld Stabilität bieten.
Rada-Martin sieht zudem eine „Absicherung nach unten bei den Margen durch Preismacht, selbst wenn die Rohstoffinflation nachlässt". Diese Einschätzung stütze seine Prognose für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2027, die 5% über dem Konsens liegt. Für deutsche Anleger ist Sika als im DAX-Umfeld bekannter Schweizer Qualitätswert ein vertrauter Name, der zuletzt unter Druck stand.
Puig: Weißer Fleck bei Damendüften als Wachstumschance
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Zur AktienanalyseDer dritte Neuzugang ist Puig, der spanische Luxus- und Beautykonzern, der unter anderem für Marken wie Carolina Herrera und Rabanne bekannt ist. Analyst Aron Adamski hebt das innovationsgetriebene Wachstum des Unternehmens hervor, das über „die am stärksten gefüllte Pipeline an Markteinführungen in seiner Geschichte" verfüge. Besonders interessant ist dabei die Marktpositionierung im Bereich Damendüfte.
Obwohl die Kategorie der Damendüfte fast doppelt so groß ist wie die der Herrendüfte, hält Puig bei den Damen nur einen Marktanteil von 8% – gegenüber 17% bei den Herren. Adamski sieht darin erhebliches Potenzial, das er als „White Space" bezeichnet. Zusätzlich verwies er auf Wachstumspotenzial in den Bereichen Make-up und Hautpflege, die zusammen weniger als 30% des Umsatzes ausmachen.
Die geringe Verschuldung des Unternehmens biete laut Adamski zudem „Optionalität für selektive Ergänzungsakquisitionen". Der operative Hebel von Puig sollte die Margenausweitung unterstützen, mit potenziellem Aufwärtspotenzial, falls neue Produkteinführungen ebenso erfolgreich verlaufen wie frühere. Puig war erst 2024 an die Börse gegangen und ist damit einer der jüngeren europäischen Börsenkandidaten im Luxussegment.


