Goldman Sachs kürt seine Top-Favoriten unter chinesischen KI-Modellen
Die US-Investmentbank bewertet chinesische KI-Anbieter und nimmt Zhipu mit Kursziel 1.880 HKD neu unter Beobachtung.

Goldman Sachs hat drei chinesische Anbieter von Künstlicher Intelligenz als bevorzugte Modelle identifiziert: Zhipu, DeepSeek und ByteDance. Während DeepSeek und ByteDance in Privatbesitz sind, ist Zhipu – auch bekannt als Knowledge Atlas – seit Januar 2025 an der Hongkonger Börse notiert und damit das einzige börsengehandelte Unternehmen unter den Goldman-Favoriten.
Die Investmentbank hat die Beobachtung der Zhipu-Aktie am Freitag mit einer neutralen Bewertung aufgenommen. Das Kursziel liegt bei 1.880 Hongkong-Dollar (umgerechnet rund 239,83 US-Dollar), was einem Aufwärtspotenzial von knapp 15 Prozent gegenüber dem damaligen Schlusskurs entspricht. Seit dem Börsengang im Januar ist die Aktie bereits rasant gestiegen – allein in den letzten 60 Handelstagen legte sie um rund 70 Prozent zu.
Besondere Aufmerksamkeit erlangte Zhipu zuletzt durch sein Open-Source-Modell GLM-5.2, das in mehreren Leistungskennzahlen als ernsthafter Konkurrent zu Anthropics Claude 5 gilt. Goldman-Analysten zeigen sich überzeugt von der Wachstumsdynamik des Unternehmens.
Zhipu punktet bei Unternehmenslösungen und Programmierung
„Da das neueste GLM5.2-Modell eine Leistung nahe dem aktuellen Stand der Technik erreicht und eine signifikante Zunahme der Akzeptanz bei inländischen Unternehmen sowie globalen KMU verzeichnet, glauben wir, dass die umfassende Nutzung durch Programmierer es Zhipu ermöglichen wird, eine hohe Frequenz weiterer Modell-Upgrades beizubehalten und damit seine führende Position im Bereich Unternehmenslösungen und Programmierung in China zu festigen", so die Goldman-Analysten.
Für die Bewertung der chinesischen KI-Modelle zogen die Analysten mehrere Faktoren heran: Markteinführungszeit, Arena-Score, Bewertung und Preisgestaltung. Auch KI-Videogenerierungsfunktionen wurden untersucht – hier schnitt ByteDance am besten ab. Die Modelle von Zhipu und DeepSeek übertrafen dabei im Allgemeinen die Angebote von Alibaba, Tencent und Minimax, insbesondere bei der Markteinführungszeit und dem Arena-Score.
Der Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen 60 Handelstage in Hongkong zeigt ein deutlich zweigeteiltes Bild: Während Zhipu um rund 70 Prozent zulegte, brach Minimax um mehr als 70 Prozent ein. Alibaba verlor knapp 10 Prozent, Tencent gab rund 5 Prozent nach.
Chinas KI-Modelle nähern sich globalem Spitzenniveau
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Zur AktienanalyseGoldman Sachs sieht die chinesische KI-Entwicklung an einem entscheidenden Wendepunkt. „Chinas Open-Source- und Open-Weight-KI-Modelle erreichen einen kritischen Punkt bei der Intelligenzleistung im Vergleich zu globalen proprietären Modellen", erklärten die Analysten. Die zunehmende Verbreitung sogenannter agentischer KI – also KI-Systeme, die eigenständig Aufgaben ausführen – treibe eine explosive Nachfrage nach preiswerten Modellen im unteren Marktsegment an.
Gleichzeitig weisen die Analysten auf zentrale Risikofaktoren hin: Der Zugang zu Rechenleistung werde ein entscheidender Faktor bleiben. Dabei spielten sowohl US-amerikanische als auch chinesische Regulierungen, die finanzielle Stärke der Unternehmen als auch die Effizienz bei der Inferenz – also der Ausführung von KI-Modellen – eine maßgebliche Rolle. Für deutsche Anleger, die den boomenden chinesischen KI-Sektor im Blick haben, bleibt Zhipu damit vorerst der einzige börsennotierte Zugang zu Goldman Sachs' Favoritenliste.


