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Goldman Sachs: KI könnte Ölprojekte grundlegend revolutionieren

Künstliche Intelligenz soll Entwicklungszeiten halbieren, Kosten senken und die Wirtschaftlichkeit neuer Öl- und Gasprojekte deutlich verbessern.

Goldman Sachs: KI könnte Ölprojekte grundlegend revolutionieren

Goldman Sachs hat eine umfassende Analyse vorgelegt, die zeigt, wie stark künstliche Intelligenz und digitale Technologien die Öl- und Gasindustrie verändern könnten. Laut der Investmentbank könnten KI, Hochleistungsrechnen und Digitalisierung den durchschnittlichen Entwicklungszyklus für sogenannte Greenfield-Tiefseeprojekte von rund zwölf Jahren auf nur noch sieben Jahre verkürzen. Das wäre eine Reduktion um fast 40 Prozent – ein enormer Effizienzgewinn für eine Branche, die traditionell mit langen Planungs- und Bauphasen kämpft.

Der Großteil dieser Zeitersparnis würde dabei vor den sogenannten endgültigen Investitionsentscheidungen (Final Investment Decisions, FID) erzielt. Schnellere Exploration, präzisere Lagerstättenbewertung und optimiertes technisches Design sind die Haupttreiber. Sobald ein Projekt in die eigentliche Bauphase eintritt, stoßen digitale Lösungen an physische Grenzen – etwa begrenzte Fertigungskapazitäten und lange Vorlaufzeiten für spezialisierte Ausrüstungen.

Deutlich bessere Projektwirtschaftlichkeit

Die finanziellen Auswirkungen sind beachtlich: Goldman Sachs zufolge könnte der interne Zinsfuß (IRR) für ein typisches Greenfield-Ölprojekt von 15,5 Prozent auf 19 Prozent steigen. Dieser Anstieg ergibt sich aus einer Kombination aus gesenkten Investitionsausgaben, reduzierten Betriebskosten, kürzeren Entwicklungszeiträumen und gesteigerter Produktion. Zusätzlich könnten die Breakeven-Preise der Projekte um etwa 15 Prozent sinken – ein entscheidender Vorteil in einem Marktumfeld mit schwankenden Ölpreisen.

Für Investoren und Projektentwickler bedeutet ein niedrigerer Breakeven-Preis mehr Sicherheit: Projekte werden auch bei niedrigeren Ölpreisen rentabel und damit attraktiver für Kapitalgeber. Dies könnte langfristig zu einer Beschleunigung neuer Explorations- und Produktionsinvestitionen führen.

Diese Ölfelddienstleister profitieren am meisten

Goldman Sachs hat konkrete Unternehmen identifiziert, die als größte Profiteure der KI-Einführung in der Branche gelten. TGS, Vallourec und SLB wurden explizit genannt. Ihre proprietären Datensätze, spezialisierten Produkte und bereits vorhandenen digitalen Fähigkeiten positionieren sie optimal, um von verstärkten Investitionen der Betreiber in KI-gestützte Exploration und Produktion zu profitieren.

Weniger profitieren dürften hingegen Unternehmen, die sich auf schwimmende Produktions-, Lager- und Verladesysteme – sogenannte FPSOs (Floating Production, Storage and Offloading) – sowie auf reine Subsea-Bauarbeiten spezialisiert haben. Ihre Geschäftsmodelle sind stärker von physischen Fertigungskapazitäten abhängig, die durch digitale Workflows kaum beschleunigt werden können.

Die Analyse von Goldman Sachs unterstreicht zudem einen wichtigen Grundsatz: KI wird die bereits in der Branche genutzten digitalen Technologien eher ergänzen als ersetzen. Engineering, Planung und operative Entscheidungsfindung sollen beschleunigt werden – nicht durch einen radikalen Technologiebruch, sondern durch eine intelligente Integration neuer Werkzeuge in bestehende Prozesse. Für die Öl- und Gasindustrie, die seit Jahren unter Kostendruck und Effizienzanforderungen steht, könnte KI damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

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