Goldman Sachs hebt Kupferpreis-Prognose wegen globaler Marktknappheit an
Geringeres Minenangebot und zollbedingte Handelsverschiebungen verschärfen den Kupfermarkt außerhalb der USA erheblich.

Goldman Sachs hat seine Prognosen für den Kupferpreis nach oben revidiert. Als Hauptgrund nennt das Rohstoff-Team der US-Investmentbank einen deutlich angespannteren Markt außerhalb der USA – getrieben durch ein geringeres Minenangebot sowie zollbedingte Verschiebungen der globalen Handelsströme.
Konkret erwartet Goldman Sachs für den Kupfermarkt außerhalb der USA ein Defizit von rund 640.000 Tonnen im Jahr 2026. Für das Jahr 2027 prognostizieren die Analysten ein weiteres Defizit von rund 170.000 Tonnen. Beide Werte stellen laut der Bank eine erhebliche Verschlechterung gegenüber früheren Schätzungen dar.
Minenangebot deutlich nach unten korrigiert
Ein zentraler Treiber der neuen Prognosen ist die Kürzung des weltweiten Minenangebots. Goldman Sachs hat die Schätzungen für das globale Minenangebot für beide Jahre – 2026 und 2027 – um jeweils rund 350.000 Tonnen reduziert. Diese Anpassung spiegelt die strukturellen Herausforderungen wider, mit denen die globale Kupferproduktion derzeit konfrontiert ist.
Kupfer gilt als einer der wichtigsten Industrierohstoffe weltweit und wird in zahlreichen Schlüsselbranchen eingesetzt – von der Elektrotechnik über den Maschinenbau bis hin zur Bauindustrie. Für die Energiewende, insbesondere den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektromobilität, spielt Kupfer eine besonders bedeutende Rolle, da der Rohstoff in Kabeln, Transformatoren und Elektromotoren unverzichtbar ist.
Zölle verschieben globale Handelsströme
Neben dem reduzierten Minenangebot spielen zollbedingte Verschiebungen der Handelsströme eine wesentliche Rolle in der Analyse von Goldman Sachs. Solche Handelsverzerrungen können dazu führen, dass Kupfer, das ursprünglich für bestimmte Märkte bestimmt war, umgeleitet wird – mit entsprechenden Auswirkungen auf regionale Angebots- und Nachfragebilanzen.
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Zur AktienanalyseDie Kombination aus sinkendem Minenangebot und veränderten Handelsrouten trifft dabei vor allem die Märkte außerhalb der USA besonders hart. Dies erklärt, warum Goldman Sachs explizit zwischen dem US-amerikanischen Markt und dem Rest der Welt differenziert und für letzteren die deutlich pessimistischeren Defizitprognosen aufstellt.
Für deutsche und europäische Anleger sowie Industrieunternehmen sind diese Entwicklungen von besonderer Relevanz. Europa ist als industriestarker Kontinent ein bedeutender Kupferverbraucher und damit direkt von Angebotsengpässen und steigenden Preisen betroffen. Die revidierten Prognosen von Goldman Sachs signalisieren, dass sich die Lage am Kupfermarkt in den kommenden Jahren weiter zuspitzen könnte.


