ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Goldman Sachs erwartet Erholung des Schweizer Frankens

Steigende Inflation begrenzt SNB-Interventionsspielraum und stärkt den Franken gegenüber dem Euro.

Goldman Sachs erwartet Erholung des Schweizer Frankens

Goldman Sachs prognostiziert eine baldige Erholung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Die US-Investmentbank sieht zunehmende Anzeichen für eine Trendwende beim Währungspaar EUR/CHF, nachdem der Franken im März eine schwache Phase durchlaufen hatte. Ausschlaggebend ist dabei der steigende Inflationsdruck in der Schweiz, der die Handlungsmöglichkeiten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einschränken dürfte.

Der Franken hatte im März underperformt, nachdem die SNB zu Beginn des aktuellen Energieschocks ihre Bereitschaft zu Devisenmarktinterventionen explizit angepasst hatte. Die Notenbank signalisierte damit, dass sie einer übermäßigen Aufwertung der Landeswährung entgegenwirken würde. Dieser Schritt dämpfte kurzfristig die Stärke des Frankens, der traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt.

Inflation als entscheidender Treiber für SNB-Verhalten

Goldman Sachs betont in seiner Analyse, dass nicht das absolute Niveau des EUR/CHF-Wechselkurses, sondern die Inflation der deutlichere historische Treiber für das Interventionsverhalten der SNB war. Der Ausgangspunkt der Gesamtinflation in der Schweiz nahe der Nullmarke war zentral für die erhöhte Bereitschaft der Notenbank, einer Franken-Aufwertung gegenzusteuern. Mit steigendem Preisdruck verschiebt sich diese Gleichung jedoch erheblich.

Die am vergangenen Freitag veröffentlichten Inflationsdaten für März fielen zwar geringer aus als erwartet. Allerdings signalisiert ein kräftiger Anstieg der Preiskomponente im Schweizer Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe, dass weiterer Inflationsdruck in der Pipeline steckt. Goldman Sachs wertet dies als Signal dafür, dass die Hürde für ein Übertreffen der SNB-Inflationsprognosen vom März gesunken ist.

Das von Goldman Sachs skizzierte Szenario erinnert an das Jahr 2022: Damals folgte auf eine anfängliche, durch SNB-Interventionen ausgelöste Frankenschwäche eine deutlich ausgeprägtere Abwärtsbewegung des EUR/CHF-Paares. Die Analysten sehen ein ähnliches Muster als wahrscheinlich an – mit einer zunächst begrenzten, dann aber stärker werdenden Franken-Aufwertung.

Mittelfristig klare Positionierung gegen den Euro

Für Anleger und Devisenhändler hat Goldman Sachs eine eindeutige Empfehlung: Die Bank favorisiert mittelfristig eine klare Abwärtspositionierung beim EUR/CHF-Kurs. Die Begründung: Wachsende Aufwärtsrisiken für die Inflation infolge des Energieschocks dürften dazu führen, dass die SNB eine kontinuierliche Outperformance des Frankens zunehmend akzeptiert statt bekämpft.

Die aktuelle Interventionshaltung der SNB begrenzt die Eigenschaft des Frankens als sicherer Hafen zwar kurzfristig noch. Doch je stärker die Inflation anzieht, desto weniger Spielraum hat die Notenbank, gegen eine Aufwertung der eigenen Währung vorzugehen. Schließlich wirkt ein stärkerer Franken inflationsdämpfend – ein Effekt, den die SNB bei steigendem Preisdruck durchaus willkommen heißen dürfte.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung des Schweizer Frankens aus mehreren Gründen relevant. Als wichtiger Handelspartner und Nachbarland beeinflusst der EUR/CHF-Kurs direkte Wirtschaftsbeziehungen. Zudem gilt der Franken als klassische Fluchtwährung in Zeiten geopolitischer Unsicherheit – eine Eigenschaft, die in der aktuellen Marktlage besonders gefragt ist. Investoren, die in Schweizer Anlagen oder Fonds mit CHF-Exposure investiert sind, sollten die Entwicklung der SNB-Politik und der Schweizer Inflationsdaten daher aufmerksam verfolgen.

Schweizer FrankenEur/ChfGoldman SachsSnb InterventionInflation Schweiz

Disclaimer