Goldman Sachs empfiehlt Kerry Group zum Kauf – 29% Kurspotenzial
US-Investmentbank sieht nach Portfolioumbau attraktive Bewertung beim irischen Lebensmittelzutatenhersteller

Goldman Sachs hat die Aktien der Kerry Group mit einer Kaufempfehlung in die Berichterstattung aufgenommen. Die US-Investmentbank sieht ein Kursziel von 95 Euro, was vom aktuellen Niveau von 73,45 Euro einem Aufwärtspotenzial von 29,3 Prozent entspricht. Als Hauptargumente nennen die Analysten die attraktive Bewertung und die abgeschlossene strategische Neuausrichtung des irischen Unternehmens.
Die Empfehlung folgt auf den vollständigen Ausstieg von Kerry aus dem Konsumgütergeschäft. Mit dem Verkauf von Dairy Ireland im Dezember 2024 hat das Unternehmen die mehrjährige Transformation abgeschlossen. Das veräußerte Geschäft trug 2024 noch 13 Prozent zum Konzernumsatz und 5 Prozent zum EBITDA bei, wuchs jedoch langsamer und war kapitalintensiver als die verbleibenden Bereiche.
Durch die Transaktion verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge von Kerry 2024 um 140 Basispunkte. Das Unternehmen konzentriert sich nun ausschließlich auf Zutaten für Geschmack, Ernährung und funktionelle Lösungen. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Kerry einen Umsatz von 6,93 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 17,1 Prozent.
Umfassende Portfoliobereinigung abgeschlossen
Seit 2020 hat Kerry 17 Akquisitionen und Veräußerungen durchgeführt, die zusammen etwa 40 Prozent des Geschäfts neu positionierten. Mehr als 90 Prozent des Portfolios befinden sich nun im margenstärkeren Zutatenbereich. Goldman Sachs erwartet, dass künftige Übernahmen auf kleinere technologische Ergänzungsgeschäfte beschränkt bleiben werden.
Die Bewertung der Kerry-Aktie liegt aktuell beim 14-fachen des für 2026 geschätzten Gewinns. Laut Goldman Sachs entspricht dies dem ersten Perzentil der Unternehmensbewertung der vergangenen zehn Jahre und einem Abschlag von 35 Prozent gegenüber vergleichbaren Wettbewerbern. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist seit dem Höchststand von 32 im Jahr 2021 um etwa 50 Prozent gefallen.
Mengenwachstum als zentrale Herausforderung
Der Bewertungsrückgang spiegelt mehrere Belastungsfaktoren wider: Bedenken hinsichtlich GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion, anhaltende Konsumschwäche in den USA und China sowie ein schwächeres Mengenwachstum. Das Mengenwachstum verlangsamte sich von 8 Prozent im Jahr 2022 auf 1 Prozent im Jahr 2023 und liegt aktuell bei etwa 3 Prozent – unter dem Unternehmensziel von 4 bis 6 Prozent.
Goldman Sachs stuft die Erholung des Mengenwachstums als zentral für die Investmentthese ein. Die Analysten verweisen jedoch auf die historische Widerstandsfähigkeit von Kerry, bei der Mengenrückgänge in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur 2009 und 2020 auftraten.
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Zur AktienanalyseRegional stammen 55 Prozent der Umsätze aus Amerika, 24 Prozent aus der Region Asien-Pazifik-Nahost-Afrika und 21 Prozent aus Europa. Nach Vertriebskanälen entfallen 32 Prozent auf Food-Service, 61 Prozent auf den Einzelhandel und 7 Prozent auf pharmazeutische Inhaltsstoffe. Goldman Sachs hebt hervor, dass Kerrys Engagement im Food-Service-Segment höher ist als bei Wettbewerbern, der Kundenstamm jedoch diversifiziert bleibt. Kein einzelner Kunde macht mehr als einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes aus.
Verbesserte Bilanzstruktur
Die Nettoverschuldung liegt beim 0,9-fachen des für 2026 geschätzten EBITDA und ist damit deutlich niedriger als zu Beginn des Jahrzehnts. Die verbesserte Cash-Generierung und der reduzierte Verschuldungsgrad erhöhen laut Goldman Sachs die finanzielle Flexibilität nach Abschluss der Portfoliotransformation erheblich.


