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Goldman Sachs empfiehlt fünf Strategien für investiert bleibende Anleger

Goldman Sachs warnt vor wachsenden Risiken durch KI-Boom und US-Lastigkeit – und zeigt fünf Wege aus dem Dilemma.

Goldman Sachs empfiehlt fünf Strategien für investiert bleibende Anleger

Goldman Sachs hat in einer Mitteilung an Kunden vor einer massiven Verschiebung globaler Finanzanlagen gewarnt. Nach drei Jahren mit starken Renditen haben sich Portfolios weltweit stark in Richtung US-Aktien und Technologiewerte verschoben. Die Bank empfiehlt nun fünf konkrete Strategien, um Anleger investiert zu halten und gleichzeitig wachsende Risiken zu managen.

Analyst Christian Mueller-Glissmann beschreibt, wie sich die Zusammensetzung des sogenannten „Weltportfolios" seit dem Rückschlag bei ausgewogenen Portfolios im Jahr 2022 erheblich verändert hat. Treiber dieser Entwicklung waren starke Aktienrisikoprämien und der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Das Ergebnis: eine strukturelle Übergewichtung von US-Vermögenswerten, Aktien und dem Technologiesektor.

KI-Boom als zweischneidiges Schwert

Mueller-Glissmann warnte jedoch ausdrücklich vor den Schattenseiten dieser Entwicklung. „Der aktuelle KI-Investitionsboom erhöht das Risiko, dass eine sinkende Rentabilität bei Mega-Cap-Technologieaktien die Aktienrenditen erheblich belastet, bevor sich die Vorteile der KI-Einführung bemerkbar machen", so der Analyst. Diese Einschätzung ist für Anleger bedeutsam, die stark auf Technologietitel wie die großen US-Plattformkonzerne setzen.

Zusätzlich weist Goldman Sachs auf makroökonomische Risiken hin: Eine höhere Inflationsvolatilität und fiskalische Risiken erzeugten „Gegenwind für ausgewogene Portfolios, wobei Anleihen weniger Puffer bieten und ein höheres Risiko für Zinsschocks besteht." Klassische 60/40-Portfolios aus Aktien und Anleihen könnten damit in einem solchen Umfeld unter Druck geraten.

Basierend auf dem makroökonomischen Prognoserahmen der Bank liegen die erwarteten langfristigen Aktienrenditen in fast allen Szenarien unter dem langfristigen Durchschnitt. Einzige Ausnahme bildet ein optimistisches „Goldilocks plus KI-Boom"-Szenario, in dem Wirtschaftswachstum und technologischer Fortschritt Hand in Hand gehen.

Momentum bleibt schwer zu ignorieren

Trotz aller Bedenken räumt Goldman Sachs ein, dass es weiterhin schwierig sei, sich gegen das aktuelle Marktmomentum zu stemmen. Die Bank verweist darauf, dass Aktien „in den letzten Jahren eines Bullenmarktes oft einige ihrer stärksten Renditen erzielen, häufig angeführt von dem Sektor, der in den vorangegangenen Jahren eine Outperformance erzielt hat." Für Anleger bedeutet das: Zu früh aussteigen kann genauso kostspielig sein wie zu spät.

Um dieses schwierige Umfeld zu navigieren, empfiehlt Goldman Sachs fünf Strategien:

Selektive Allokationen in Sachwerte

, um Inflationsschutz zu gewährleisten

Chancen bei Faktoren und Stildiversifizierung

, um einseitige Risiken zu reduzieren

Regionale Diversifizierung über Anlageklassen hinweg

, um die Abhängigkeit von US-Märkten zu verringern

Optionsstrategien wie langlaufende Call-Optionen

, um weiter am Aufwärtspotenzial teilzuhaben

Selektive alternative Anlagen

, die nicht mit dem Weltportfolio korreliert sind

Diese Empfehlungen richten sich an Anleger, die einerseits nicht das laufende Marktmomentum verpassen wollen, andererseits aber ihr Portfolio gegen mögliche Trendwenden absichern möchten. Für deutsche Privatanleger, die oft stark in heimische oder europäische Werte investiert sind, bietet die regionale Diversifizierung einen besonders relevanten Ansatzpunkt – gleichzeitig warnt Goldman implizit davor, nun blind in US-Technologie nachzukaufen.

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