Goldman Sachs: Diese Flughäfen profitieren von geopolitischer Wiedereröffnung
Goldman Sachs analysiert, welche europäischen Flughäfen bei einer globalen geopolitischen Entspannung die größten Verkehrszuwächse erzielen könnten.

Goldman Sachs hat in einer Mitteilung vom Montag untersucht, welche europäischen Flughäfen am stärksten von einer breiteren „geopolitischen Wiedereröffnung" profitieren könnten. Die Bank geht dabei über das derzeit in Investorengesprächen dominierende Narrativ einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus hinaus. Analyst Patrick Creuset plädiert für einen umfassenderen Analyserahmen.
Creuset erklärte, dass der Konsens aktuell stark auf das Engagement bei einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus fokussiert sei. Er selbst bevorzuge jedoch einen breiteren Ansatz, der eine „vollständige Erholung der Verkehrsströme im Nahen Osten, in Russland, der Ukraine und China" einschließe. Goldman Sachs betonte ausdrücklich, dass dieses Szenario nicht dem Basisszenario der Bank entspreche und nannte keinen konkreten Zeitplan für eine solche Entwicklung.
Stattdessen beschreibt Goldman Sachs die Analyse als „nützliche Übung, um das zyklische Erholungspotenzial nach Vermögenswerten zu bewerten". Für Anleger bietet die Studie damit eine Orientierungshilfe, welche Flughafenbetreiber im Falle einer geopolitischen Entspannung strukturell am besten positioniert wären.
Fraport mit dem größten Potenzial
Unter den analysierten europäischen Flughafenbetreibern schneidet Fraport am besten ab. Goldman Sachs schätzt bei einer vollständigen geopolitischen Erholung einen Verkehrszuwachs von 7 Prozent für den Frankfurter Flughafenbetreiber. Dieser Effekt verteile sich gleichmäßig auf das Engagement im Nahen Osten und in Russland.
Der Flughafen Zürich folgt mit einem potenziellen Zuwachs von 5 Prozent auf dem zweiten Platz. Aéroports de Paris (ADP) würde laut Goldman Sachs Auswirkungen von 4 Prozent verzeichnen, während der spanische Betreiber AENA nur einen geringfügigen Effekt spüren dürfte. Neben den reinen Verkehrszahlen hob Goldman Sachs hervor, dass höhere Einzelhandelsausgaben pro Kopf aus den betroffenen Regionen „größere Auswirkungen auf die Einzelhandelserträge der Flughäfen hätten, wobei die Auswirkungen für ADP wahrscheinlich am größten wären".
Gemischte Einzelbewertungen trotz Erholungspotenzial
Abseits des Wiedereröffnungsthemas bleiben die aktienspezifischen Einschätzungen von Goldman Sachs differenziert. AENA wird mit „Sell" bewertet. Die Bank verweist dabei auf einen „schwierigeren 5- bis 10-Jahres-Zyklus", wobei die Investitionsausgaben (Capex) laut Prognosen bis 2031 auf das Vierfache steigen sollen.
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Zur AktienanalyseFraport stuft Goldman Sachs mit „Neutral" ein. Als Begründung nennt die Bank eine „suboptimale" Kapitalallokation sowie einen verschlechterten Verkehrsausblick. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass Fraport „von einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus profitieren würde" – ein Widerspruch, der die ambivalente Lage des Frankfurter Betreibers verdeutlicht.
Den Flughafen Zürich hat Goldman Sachs kürzlich auf „Buy" hochgestuft. Als Gründe nennt die Bank starkes Verkehrswachstum und sinkende Investitionsniveaus – eine Kombination, die den Schweizer Betreiber im aktuellen Umfeld besonders attraktiv erscheinen lässt. ADP hingegen verbleibt auf „Neutral", da schwaches Verkehrsaufkommen und steigende Investitionsausgaben das Bild trüben.
Für deutsche Privatanleger ist die Analyse besonders relevant, da mit Fraport ein DAX-Unternehmen im Mittelpunkt steht. Sollte es zu einer geopolitischen Entspannung kommen – etwa durch eine Lösung der Konflikte in der Ukraine oder im Nahen Osten – könnte der Frankfurter Flughafenbetreiber überproportional profitieren. Goldman Sachs mahnt jedoch zur Vorsicht: Ein solches Szenario bleibt vorerst Spekulation und kein Basisszenario.


