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Goldman-Sachs-Anwältin Ruemmler muss vor US-Kongress zu Epstein aussagen

Kathryn Ruemmler, Senior Counsel bei Goldman Sachs, steht wegen ihrer Verbindungen zu Jeffrey Epstein unter massivem politischen Druck.

Goldman-Sachs-Anwältin Ruemmler muss vor US-Kongress zu Epstein aussagen

Kathryn Ruemmler, Senior Counsel bei Goldman Sachs, muss am Mittwoch vor dem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses (House Committee on Oversight and Government Reform) aussagen. Die Kongressabgeordneten befragen sie im Rahmen der laufenden Ermittlungen zu Jeffrey Epstein und seiner Partnerin Ghislaine Maxwell. Im Fokus stehen dabei ihre persönlichen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter.

Ruemmler war bis Ende Juni Chefjuristin (Chief Legal Officer) und General Counsel bei Goldman Sachs. Sie trat von dieser Position zurück, bleibt jedoch bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiterhin im Unternehmen tätig. Zuvor hatten vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente belegt, dass sie in regem Austausch mit Epstein gestanden und Geschenke von ihm angenommen hatte.

Verbindungen zu Epstein über Jahre hinweg

Laut den Unterlagen des US-Justizministeriums führte Ruemmler zwischen 2014 und 2019 eine Vielzahl von Kommunikationen mit Epstein – und das selbst nach dessen Schuldeingeständnis im Jahr 2008 wegen der Vermittlung einer Minderjährigen zur Prostitution. Aus den Dokumenten geht zudem hervor, dass sie ihn im Umgang mit Medienanfragen bezüglich seiner Straftaten beriet.

Ihr Sprecher bekräftigte eine frühere Erklärung, wonach Ruemmler nichts Unrechtes getan habe. Sie habe keine Kenntnis von laufenden kriminellen Aktivitäten Epsteins gehabt, als sie in ihrer Funktion als praktizierende Strafverteidigerin mit ihm in Kontakt stand. Goldman Sachs selbst lehnte eine Stellungnahme ab, und Ruemmler reagierte nicht auf eine Anfrage um Kommentar.

Goldman-CEO David Solomon hatte in einem CNBC-Interview erklärt, Ruemmler habe ihm mitgeteilt, dass die Medienberichterstattung sie „in eine Lage gebracht habe, in der es ihr schwerfiel, ihre Arbeit und ihre Verantwortlichkeiten wahrzunehmen, und sie hielt es einfach für an der Zeit, zurückzutreten". Die Entscheidung, sie anschließend als Senior Counsel in beratender Funktion im Unternehmen zu behalten, wurde von einigen Abgeordneten kritisiert.

Goldman Sachs erneut im Rampenlicht

Die Anhörung rückt Goldman Sachs erneut ins Rampenlicht bezüglich der Frage, warum das Unternehmen Ruemmler trotz ihrer bekannten Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter weiterhin beschäftigt hatte. Der Kontrollausschuss hat im Zuge seiner Epstein-Ermittlungen bereits mehrere prominente Persönlichkeiten befragt, darunter den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, Handelsminister und ehemaligen Cantor-Fitzgerald-CEO Howard Lutnick sowie Microsoft-Gründer Bill Gates.

Jeffrey Epstein, der über weitreichende Verbindungen zu zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Finanzwesen, Wissenschaft und Wirtschaft verfügte – darunter auch Präsident Donald Trump –, verstarb 2019 in einem Gefängnis in New York City, während er auf seinen Bundesprozess wegen Sexhandels wartete. Sein Tod wurde als Suizid eingestuft. Die Ermittlungen des Kongresses zu seinem Netzwerk dauern an und ziehen immer weitere hochrangige Namen in die öffentliche Debatte.

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