Goldman-Anwältin zweifelt im Kongress an Glaubwürdigkeit von Epstein-Opfer
Kathryn Ruemmler bestritt vor dem Repräsentantenhaus jedes Wissen über Epsteins kriminelle Aktivitäten und zweifelte an Virginia Giuffres Aussagen.

Kathryn Ruemmler, Anwältin bei Goldman Sachs, hat vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses (House Oversight Committee) ausgesagt und dabei die Glaubwürdigkeit von Virginia Roberts Giuffre, einer der bekanntesten Anklägerinnen des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, in Zweifel gezogen. Die Anhörung fand am 15. Juli statt und drehte sich um Ruemmlers Verbindungen zu Epstein, die in Dokumenten aus den Jahren 2014 bis 2019 tausendfach dokumentiert sind.
Auf die direkte Frage, ob sie Giuffre als Opfer von Epstein und dessen langjähriger Partnerin Ghislaine Maxwell betrachte, antwortete Ruemmler knapp: „Ich weiß es nicht." Sie ergänzte, sie sei gegenüber einigen Vorwürfen Giuffres „von Natur aus skeptisch", da diese ihrer Einschätzung nach „keine inhärente Glaubwürdigkeit" besäßen. Diese Aussagen sorgten bei der Anhörung für erhebliche Aufmerksamkeit.
Ruemmlers Verbindung zu Epstein
Ruemmler räumte ein, eine berufliche Beziehung zu Epstein unterhalten zu haben. Sie betonte jedoch, nichts von laufenden kriminellen Aktivitäten gewusst zu haben. Epstein hatte ihr Geschenke gemacht und sie zeitweise als Ersatz-Testamentsvollstreckerin in seinem Testament aufgeführt. Zudem rief Epstein sie nach seiner Festnahme im Jahr 2019 an – ein Umstand, der im Rahmen der Anhörung besonders thematisiert wurde.
Der Name Ruemmlers tauchte in Epstein-Dokumenten aus dem Zeitraum 2014 bis 2019 tausende Male auf, was die Mitglieder des Ausschusses dazu veranlasste, sie zur Befragung vorzuladen. Ruemmler ist derzeit als Anwältin für die US-Investmentbank Goldman Sachs tätig.
Wer war Virginia Giuffre?
Virginia Roberts Giuffre galt als eine der prominentesten Anklägerinnen im Epstein-Komplex. Sie hatte öffentlich ausgesagt, als Teenager sowohl von Epstein als auch von Maxwell missbraucht und an andere Personen vermittelt worden zu sein. Ihre Aussagen spielten eine zentrale Rolle in der juristischen und öffentlichen Aufarbeitung des Epstein-Skandals.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseGiuffre starb im Jahr 2025 durch Suizid. Ihr Tod erschütterte die Gemeinschaft der Epstein-Opfer und heizte die Debatte über den Umgang mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs erneut an.
Der Fall Epstein beschäftigt die US-amerikanische Öffentlichkeit und Politik seit Jahren. Jeffrey Epstein wurde 2019 wegen Sexhandels mit Minderjährigen verhaftet und starb noch im selben Jahr in seiner Gefängniszelle – offiziell durch Suizid. Seitdem werden zahlreiche Personen aus seinem Umfeld von Ermittlern und Kongressausschüssen befragt, um das volle Ausmaß seines Netzwerks zu beleuchten. Die Anhörung von Ruemmler ist Teil dieser fortlaufenden Untersuchungen.


