Gold unter Druck vor US-Jobdaten – Öl erholt sich
Die Finanzmärkte zeigten sich am Donnerstag verhalten. Während Gold nach der jüngsten Rally Gewinne abgab, erholten sich die Ölpreise trotz Venezuela-Krise. Investoren warten gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, die richtungsweisend für die F

**Gold gibt nach starkem Wochenstart nach
**
Der Goldpreis setzte am Donnerstag seine Korrektur fort und fiel um 0,5 Prozent auf 2.436 Dollar je Feinunze. Nach den kräftigen Gewinnen zu Wochenbeginn nehmen Händler nun Gewinne mit. Der festere US-Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer mit anderen Währungen und belastet zusätzlich.
Bernard Sin von MKS PAMP erklärt die Zurückhaltung: "Händler wägen die erhöhten geopolitischen Spannungen gegen makroökonomische Signale aus den USA ab." Die US-Intervention in Venezuela sorgt zwar für Nervosität, kann die technische Korrektur aber nicht aufhalten.
**
Edelmetalle unter Verkaufsdruck
**
Auch andere Edelmetalle verzeichneten deutliche Verluste. Silber brach um 2,3 Prozent auf 76,32 Dollar ein, nachdem es Ende Dezember noch ein Allzeithoch von 83,62 Dollar erreicht hatte. Platin verlor sogar 4,3 Prozent auf 2.207 Dollar, während Palladium um 2,4 Prozent auf 1.720 Dollar nachgab.
Kelvin Wong von OANDA sieht einen weiteren Grund für die Schwäche: "Die Gewichtungsneubalanceierung des Bloomberg Commodity Index führt diese Woche zu Gewinnmitnahmen bei kurzfristigen Spekulanten." Gold und Silber erhalten dabei niedrigere Zielgewichtungen.
**
Ölpreise stabilisieren sich trotz Venezuela-Unsicherheit
**
Die Ölmärkte zeigten sich widerstandsfähiger. US-Rohöl (WTI) legte um 0,7 Prozent auf 56,38 Dollar zu, Brent-Öl stieg um 0,68 Prozent auf 60,37 Dollar. Die Erholung erfolgte, nachdem die Preise zunächst unter Druck gerieten – ausgelöst durch Spekulationen über höhere venezolanische Exporte.
Daniel Hynes von ANZ hält die negative Marktreaktion für übertrieben: "Eine US-Kontrolle über Venezuelas Öl würde kurzfristig fortbestehende Sanktionen bedeuten – das wäre bullisch für die Ölpreise." Die USA beschlagnahmten bereits zwei Öltanker mit Venezuela-Verbindung, einer davon unter russischer Flagge.
**
US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
**
Alle Augen richten sich auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Nonfarm Payrolls gelten als entscheidend für die weitere Zinspolitik der Federal Reserve. Schwächere Daten könnten die Erwartungen für Zinssenkungen befeuern – ein positives Signal für Gold.
Die jüngsten Vorabindikatoren deuten auf Abkühlung hin: Die Stellenangebote fielen im November auf ein 14-Monats-Tief. Die ADP-Beschäftigungszahlen blieben unter den Erwartungen. Goldman Sachs prognostiziert dennoch einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen um 70.000 und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent.
**
Aktienmärkte nehmen Verschnaufpause
**
Die Wall Street gab von ihren Rekordhochs nach. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent, der Dow Jones 0,9 Prozent. Nur die Technologiebörse Nasdaq legte minimal um 0,2 Prozent zu. Auch in Asien überwog die Vorsicht – Japans Nikkei fiel um 1,2 Prozent.
Charu Chanana von Saxo ordnet ein: "Nach dem starken Jahresstart 2026 ist dies eine gesunde Atempause." Die Unsicherheit vor den Arbeitsmarktdaten und geopolitische Risiken bremsen die Risikobereitschaft.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur Aktienanalyse**
China-Japan-Spannungen belasten
**
Neben Venezuela sorgen auch Spannungen in Asien für Nervosität. China verhängte Exportbeschränkungen gegen Japan und leitete Antidumpinguntersuchungen gegen japanische Chemiehersteller ein. Hintergrund ist ein diplomatischer Streit um mögliche militärische Interventionen in Taiwan.
China droht zudem mit einer Drosselung seiner Seltene-Erden-Exporte nach Japan. Die Aktien japanischer Chemieunternehmen gerieten unter Druck, während chinesische Wettbewerber profitierten.
**
Kryptowährungen unter Druck**
Auch Bitcoin konnte sich dem negativen Sentiment nicht entziehen. Die führende Kryptowährung fiel um 1,5 Prozent auf 91.093 Dollar und gab damit einen Teil der Neujahrsgewinne ab. Ethereum verlor sogar 2,8 Prozent auf 3.156 Dollar. Die geopolitischen Risiken und die Unsicherheit vor den US-Jobdaten schränken die Risikobereitschaft ein.


