Gold und Silber steigen stark nach schwachem US-Arbeitsmarktbericht
Enttäuschende US-Jobdaten schwächen Fed-Zinserhöhungserwartungen und treiben Edelmetallpreise auf Sieben-Wochen-Hochs.

Gold und Silber haben am Freitag kräftig zugelegt, nachdem die US-Wirtschaft im Juli überraschend 23.000 Stellen abgebaut hat. Der Comex-Goldpreis für den Dezember-Kontrakt stieg bis 10:03 Uhr New Yorker Zeit um 2,3% auf 4.401 US-Dollar pro Unze – der höchste Stand seit Mitte Juni. Silber legte sogar noch stärker zu: Der September-Kontrakt kletterte um 3,6% auf 63,85 US-Dollar pro Unze und erreichte ebenfalls ein Sieben-Wochen-Hoch.
Trotz der deutlichen Erholung notiert Gold weiterhin rund 21% unter seinem Rekordhoch von Ende Januar, das bei knapp 5.600 US-Dollar lag. Silber liegt sogar fast die Hälfte unter seinem Allzeithoch von 121,67 US-Dollar. Die aktuellen Gewinne zeigen jedoch, wie sensibel die Edelmetallmärkte auf Signale zur US-Geldpolitik reagieren.
Schwacher Arbeitsmarkt belastet Fed-Erwartungen
Die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft sanken im Juli um 23.000 – ein deutlicher Kontrast zu den Markterwartungen, die einen Zuwachs von rund 80.000 Stellen prognostiziert hatten. Es war der erste monatliche Rückgang der Beschäftigtenzahlen seit Februar. Zusätzlich wurden die Zahlen für die Vormonate nach unten korrigiert: Juni auf plus 20.000 und Mai auf plus 63.000, wodurch der 12-Monats-Durchschnitt auf lediglich 34.000 neue Stellen sank.
Die Arbeitslosenquote ging zwar leicht auf 4,1% zurück, doch die Erwerbsquote fiel auf 61,4% – den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Diese Kombination liefert der US-Notenbank Federal Reserve ein schwieriges Bild: Der Arbeitsmarkt verliert spürbar an Dynamik, während die Inflation weiterhin ein Thema bleibt.
Die Zinsmärkte reagierten unmittelbar auf die Daten. Die Erwartungen für eine weitere Zinserhöhung der Fed im September wurden deutlich zurückgeschraubt. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen nach dem Bericht, während die amerikanischen Aktienmärkte zulegten.
Warum schwache Jobdaten gut für Gold sind
Gold und Silber profitieren in der Regel von Erwartungen niedrigerer Zinssätze. Da Edelmetalle keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwerfen, werden sie für Anleger attraktiver, wenn die Renditen verzinslicher Anlagen sinken. Fallende Anleiherenditen können zudem den US-Dollar belasten, was die Kosten für Metalle für Käufer in anderen Währungen senkt und die globale Nachfrage ankurbelt.
Der Beschäftigungsbericht für Juli stellt die Fed nun vor eine schwierige Abwägung. Die Währungshüter müssen anhaltende Inflationssorgen gegen einen Arbeitsmarkt abwägen, der erstmals seit Monaten einen absoluten Rückgang der Beschäftigtenzahlen verzeichnet und in den Vormonaten schwächer war als bislang angenommen.
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Zur AktienanalyseRally bei Goldminenaktien
Auch die Aktien der großen Goldproduzenten verzeichneten bereits vor dem Beschäftigungsschock am Freitag Gewinne. Agnico Eagle Mines schloss am Donnerstag 1,5% höher bei 167,92 US-Dollar in New York und weitete seinen Wochengewinn damit auf fast 14% aus. Newmont legte um 1,1% auf 105,43 US-Dollar zu, während Barrick Mining um 0,8% auf 41,37 US-Dollar stieg.
Die kräftige Rally bei den Edelmetallen sorgt für zusätzlichen Rückenwind für die Produzenten. Deren Margen können überproportional wachsen, wenn die Metallpreise schneller steigen als die Betriebskosten – ein Effekt, der Minenaktien in Phasen steigender Rohstoffpreise besonders attraktiv macht.


