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Gold und Silber mit 9,5% Rabatt kaufen – Sprott-Fonds bietet ungewöhnliche Chance

Geschlossener Barrenfonds handelt deutlich unter Nettoinventarwert – Volatilität schafft Anomalie für mutige Anleger

Gold und Silber mit 9,5% Rabatt kaufen – Sprott-Fonds bietet ungewöhnliche Chance

Die extreme Volatilität an den Edelmetallmärkten hat eine ungewöhnliche Kaufgelegenheit geschaffen. Der Sprott Physical Gold and Silver Trust, ein geschlossener Fonds mit physischen Barrenbeständen im Wert von 10 Milliarden Dollar, notierte Ende letzter Woche mit einem Abschlag von 9,5 Prozent auf seinen Nettoinventarwert (NAV). Für Anleger bedeutet dies faktisch: Gold und Silber im Wert von einem Dollar für nur 89 Cent kaufen.

Der Abschlag erreichte am 28. Januar sogar einen Rekordwert von 11,4 Prozent, als die Edelmetalle nahe ihrer Höchststände notierten. Bereits zwei Tage später folgte der Schock: Gold und Silber verzeichneten am 30. Januar rekordhohe Tagesverluste von mehr als 11 Prozent beziehungsweise 31 Prozent. Am Dienstag legten beide Metalle wieder stark zu – ein Zeichen der anhaltend hohen Volatilität.

Der seit 2018 börsennotierte Fonds hält ausschließlich physische Gold- und Silberbarren, die bei der Royal Canadian Mint in Kanada gelagert werden, plus einen kleinen Barbestand. Der Nettoinventarwert wird täglich anhand der aktuellen Marktpreise neu berechnet. Normalerweise liegt der Abschlag bei etwa 4 Prozent – das aktuelle Niveau ist damit mehr als doppelt so hoch wie üblich.

Warum der Abschlag so groß ist

Die Gründe für die Ausweitung des Abschlags sind unklar. Auffällig ist jedoch, dass die Vergrößerung zeitlich mit den jüngsten Volatilitätsspitzen bei Gold und Silber zusammenfällt. Am Montag verringerte sich der Abschlag bereits wieder auf 7,2 Prozent – ein Zeichen dafür, dass sich die Preise wieder annähern können.

Für Schnäppchenjäger, die ohnehin in Edelmetalle investieren möchten, könnte der Fonds eine interessante Option darstellen. Allerdings ist das Timing entscheidend: Wer am 28. Januar beim Rekordabschlag kaufte, erlebte unmittelbar danach die dramatischen Kursverluste. Die Bestände des Fonds setzen sich nach Marktwert zu etwa 59 Prozent aus Gold und 41 Prozent aus Silber zusammen.

Arbitrage-Möglichkeiten für Profis

Theoretisch könnten professionelle Anleger von der Preisanomalie durch Arbitrage profitieren. Dazu würden sie Fondsanteile kaufen und gleichzeitig Gold und Silber im gleichen Verhältnis leerverkaufen. Wenn die Preise konvergieren, entsteht ein Gewinn. Allerdings ist diese Strategie komplex, mit Kreditkosten verbunden und birgt das Risiko, dass die Preise nie konvergieren.

Der an der NYSE Arca und der Toronto Stock Exchange gehandelte Fonds weist eine Kostenquote von 0,48 Prozent auf. Für deutsche Anleger ist der Fonds über internationale Broker zugänglich. Die praktische Schwierigkeit, solche Preisunterschiede durch Arbitrage auszunutzen, erklärt vermutlich, warum diese Anomalie überhaupt entstehen kann – und möglicherweise länger bestehen bleibt.

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