Gold und Silber erholen sich deutlich nach historischem Einbruch
Edelmetalle setzen Rally fort, doch Analysten warnen vor anhaltender Volatilität und Unsicherheit

Die Edelmetallmärkte zeigen am Mittwoch eine kräftige Erholung. Gold stieg im Kassahandel um 2,4 Prozent auf 5.054,60 US-Dollar je Unze, während Gold-Futures sogar um 3,4 Prozent auf 5.100 Dollar zulegten. Noch deutlicher fiel die Erholung bei Silber aus: Der Kassapreis kletterte um 5,8 Prozent auf 90 Dollar je Unze, Silber-Futures verzeichneten ein Plus von 8 Prozent.
Die Rally folgt auf dramatische Kursverluste am vergangenen Freitag. Gold hatte damals einen Rückgang von fast 10 Prozent erlitten, Silber brach sogar um 30 Prozent ein – die schlechteste Tagesperformance des Metalls seit 1980. Die starken Schwankungen haben Investoren weltweit aufgeschreckt und die Frage nach der weiteren Entwicklung aufgeworfen.
Dollarschwäche unterstützt Edelmetalle
Ein wichtiger Faktor für die Erholung ist die Entwicklung des US-Dollars. Der ICE U.S. Dollar Index notierte am Mittwoch bei 97,382 und damit deutlich unter seinem Höchststand von 99,39 vom 19. Januar. Ein schwächerer Dollar macht Gold und Silber für Anleger mit anderen Währungen attraktiver.
Auch Bergbauaktien in London profitierten von der positiven Stimmung. Rio Tinto legte um 1 Prozent zu, Anglo American gewann 0,7 Prozent, während Antofagasta leicht um 0,2 Prozent nachgab. Der FTSE 350 Precious Metals and Mining Total Return Index stieg um 2 Prozent auf rund 34.963 Punkte.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch
Trotz der Erholung mahnen Experten zur Vorsicht. UBS-CEO Sergio Ermotti berichtete, dass die Kunden der Bank zuletzt zurückhaltender agierten. Analysten erwarten, dass weitere Zuwächse bei Edelmetallen gedämpfter ausfallen könnten. Die Entwicklung hänge stark von den Devisenmärkten und den Zinserwartungen ab.
Dennoch bleiben die langfristigen Prognosen optimistisch. Goldman Sachs hat ein Kursziel von 5.400 Dollar für Gold bis Ende 2026 ausgegeben. BofA Securities zeigt sich noch zuversichtlicher und prognostiziert 6.000 Dollar für die kommenden Monate.
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Zur AktienanalysePolitische Unsicherheit belastet Ausblick
Die Prognosen werden jedoch durch politische Faktoren getrübt. Die anstehenden US-Zwischenwahlen im November sorgen für Unsicherheit an den Märkten. Zudem richtet sich der Blick auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve unter Kevin Warsh, dem von Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten für den Fed-Vorsitz. Dessen Kurs bei den Zinssätzen könnte entscheidenden Einfluss auf die Edelmetallpreise haben.
Für deutsche Anleger bedeutet die aktuelle Situation sowohl Chancen als auch Risiken. Während Gold traditionell als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten gilt, zeigen die jüngsten Schwankungen, dass auch Edelmetalle nicht vor Volatilität gefeit sind. Experten raten zu einer diversifizierten Anlagestrategie und warnen vor übermäßiger Konzentration auf einzelne Anlageklassen.


