Gold steigt leicht: US-Iran-Spannungen stützen, Wochenverlust droht
Geopolitische Risiken und Fed-Signale prägen den Goldmarkt – PCE-Inflationsdaten im Fokus.

Der Goldpreis legte am Freitag im asiatischen Handel leicht zu, kämpft jedoch weiterhin mit einem Wochenverlust von rund 0,6 Prozent. Der Spot-Goldpreis stieg um 0,4 Prozent auf 5.017,85 US-Dollar je Unze, während die US-Gold-Futures um 0,8 Prozent auf 5.036,50 Dollar kletterten. Anleger wägen dabei zwei gegenläufige Kräfte ab: geopolitische Spannungen auf der einen und einen erstarkten US-Dollar auf der anderen Seite.
Der wöchentliche Rücksetzer erklärt sich aus dem Auf und Ab der Marktstimmung. Zu Beginn der Woche dämpfte Optimismus über diplomatische Gespräche zwischen Washington und Teheran die Nachfrage nach sicheren Häfen. Im weiteren Verlauf flammten die geopolitischen Sorgen jedoch erneut auf, als US-Präsident Donald Trump den Iran ultimativ aufforderte, innerhalb von 10 bis 15 Tagen ein Atomabkommen zu verhandeln – andernfalls drohten nicht näher spezifizierte Konsequenzen. Marktbeobachter sehen darin das Risiko militärischer Eskalationen, die den Ölfluss im Nahen Osten und globale Märkte destabilisieren könnten.
Die Handelsvolumina blieben aufgrund der geschlossenen chinesischen Märkte – China feiert das Neujahrsfest – vergleichsweise gering. Dies verstärkte die Preisbewegungen in beide Richtungen.
Starker Dollar und Fed-Protokolle bremsen Gold
Trotz des geopolitischen Rückenwinds steht Gold unter Druck durch einen festeren US-Dollar. Der US-Dollar-Index steuert auf einen Wochengewinn von über einem Prozent zu – die stärkste wöchentliche Performance seit Monaten. Da Gold in Dollar notiert und keine Zinsen abwirft, wirkt ein starker Greenback typischerweise als Belastung für das Edelmetall.
Zusätzlich dämpften die jüngsten Protokolle der US-Notenbank Federal Reserve die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Die Fed signalisierte eine vorsichtige Haltung und betonte, dass die Inflation noch nicht ausreichend unter Kontrolle sei. Niedrigere Zinsen gelten als positiv für Gold, da sie die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls senken.
Im Mittelpunkt des Marktinteresses steht nun der PCE-Preisindex – der bevorzugte Inflationsindikator der Fed –, dessen Veröffentlichung für Freitag erwartet wird. Die Daten könnten entscheidend dafür sein, wie die Fed ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten ausrichtet.
Silber, Platin und Kupfer ebenfalls im Plus
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Zur AktienanalyseAuch andere Edelmetalle profitierten von der leicht verbesserten Stimmung. Silber legte um 0,4 Prozent auf 78,80 Dollar je Unze zu, Platin stieg ebenfalls um 0,4 Prozent auf 2.089,65 Dollar. Bei den Industriemetallen gewannen Kupfer-Futures an der London Metal Exchange 0,3 Prozent auf 12.848,20 Dollar je Tonne, während US-Kupfer-Futures weitgehend stabil bei 5,77 Dollar je Pfund notierten.
Für deutsche Anleger bleibt Gold ein wichtiger Baustein zur Portfolioabsicherung. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Inflationsunsicherheit und Währungsschwankungen macht das Edelmetall weiterhin relevant – auch wenn kurzfristige Gegenwinde die Performance belasten.

