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Gold-Rally endet abrupt: Warum 2025 nicht die 1970er sind

Massive Verluste bei Edelmetall-ETFs zeigen: Spekulation statt Wertspeicher dominiert den modernen Goldmarkt

Gold-Rally endet abrupt: Warum 2025 nicht die 1970er sind

Der Goldmarkt erlebte am Freitag einen dramatischen Einbruch, der die Unterschiede zwischen heutigen Spekulationsmärkten und der historischen Gold-Ära der 1970er Jahre deutlich macht. Gehebelte Gold- und Silber-ETFs stürzten um bis zu 60 Prozent ab – ein Verhalten, das eher an Meme-Aktien als an traditionelle Wertspeicher erinnert.

Gold-Befürworter argumentieren gerne mit der langfristigen Wertstabilität des Edelmetalls: Eine Unze Gold konnte angeblich zu allen Zeiten einen anständigen Herrenanzug kaufen. Diese vereinfachte Darstellung verschleiert jedoch erhebliche Volatilität. Zu Beginn der 1970er Jahre, vor der Aufhebung der Dollar-Gold-Bindung, reichte eine Unze für einen einfachen Anzug von der Stange. Später im selben Jahrzehnt hätte sie die Polyester-Garderobe aus "Saturday Night Fever" bezahlt, und auf dem Höhepunkt Anfang der 1980er Jahre entsprach ihr Wert einem maßgeschneiderten Power-Anzug.

In den letzten Wochen trieb weniger die Angst vor Dollar-Abwertung als vielmehr pure Gier die Goldpreise nach oben. Das Handelsvolumen des führenden Gold-ETF GLD war im Januar siebenmal so hoch wie im Vorjahresmonat. Beim Silber-ETF stieg das Volumen sogar um das 28-fache.

Moderne Spekulation verändert die Dynamik

Der entscheidende Unterschied zu den 1970er Jahren liegt in der Zugänglichkeit: Privatanleger können heute problemlos und mit Hebel auf Edelmetalle spekulieren. Die gehebelten ETFs UGL und AGQ verzeichneten im vergangenen Monat ein massives Handelsvolumen, bevor sie am Freitag um 21 beziehungsweise 60 Prozent abstürzten.

Ein einzelner Dollar kann durch Hebelprodukte eine deutlich größere Wirkung entfalten als früher. Das macht die Märkte anfälliger für schnelle Auf- und Abschwünge. Rohstoffmärkte benötigen generell nicht viel Spekulationskapital, um parabolisch anzusteigen – oder abzustürzen, wenn alle gleichzeitig die Flucht ergreifen.

Die historische Stabilität des Goldes und die Erinnerung an spektakuläre Gewinne in der Vergangenheit haben seine jüngste Attraktivität gesteigert. Doch die aktuelle Marktdynamik zeigt deutlich: Die Zeiten haben sich fundamental geändert. Moderne Finanzinstrumente ermöglichen schnellere Bewegungen in beide Richtungen.

Parallel zu den Turbulenzen am Goldmarkt setzten die Aktienmärkte ihren Aufschwung fort. Besonders KI-Unternehmen wie Palantir überzeugten mit starken Quartalszahlen. Die größte KI-Nachricht kam jedoch von Elon Musk: Sein KI-Unternehmen xAI wird von SpaceX übernommen, um den "ehrgeizigsten, vertikal integrierten Innovationsmotor auf und außerhalb der Erde" zu bilden. Der Gesamtwert der nicht börsennotierten Unternehmen wird auf 1,25 Billionen Dollar geschätzt.

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