Gold im Bärenmarkt: Jetzt VanEck Gold Miners ETF kaufen?
Gold ist 22% unter seinem Jahreshoch – und zieht Goldminenaktien noch tiefer mit. Lohnt sich jetzt der Einstieg?

Gold galt zu Beginn des Jahres noch als unaufhaltsam. Doch das Edelmetall befindet sich inzwischen offiziell in einem Bärenmarkt. Der SPDR Gold Shares ETF (GLD), der weltweit größte physisch hinterlegte Gold-ETF, notierte am 16. Juni rund 22% unter seinem 52-Wochen-Hoch – damit ist der Bärenmarkt für Goldbarren bestätigt.
Noch stärker trifft es die Goldminenaktien. Der VanEck Gold Miners ETF (GDX), der größte ETF für goldproduzierende Unternehmen, liegt sogar rund 25% unter seinem 52-Wochen-Hoch. Das ist kein Zufall: Minenaktien korrelieren zwar eng mit dem Goldpreis, neigen aber dazu, dessen Bewegungen in beide Richtungen zu übertreffen – nach oben wie nach unten. Für Anleger bedeutet das: höhere Chancen, aber auch höhere Risiken.
Was für eine Erholung des GDX passieren muss
Die entscheidende Voraussetzung für eine Trendwende ist ein steigender Goldpreis. Und der hängt maßgeblich von der Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve ab. Das Grundprinzip ist simpel: Physisches Gold zahlt weder Dividenden noch Zinsen. Wenn US-Staatsanleihen attraktive Renditen bieten, verliert Gold als Anlage an Attraktivität.
Genau das ist derzeit das Problem. Die Fed ließ die Zinsen auf ihrer Sitzung am 17. Juni unverändert und deutete sogar eine mögliche weitere Zinserhöhung im Jahresverlauf an. Das belastet den Goldpreis zusätzlich und macht eine kurzfristige Erholung schwieriger.
Dennoch gibt es Argumente, den VanEck ETF mit einem Fondsvolumen von 25,9 Milliarden US-Dollar im Blick zu behalten. Ein mögliches Ende des Krieges im Iran könnte die Ölpreise senken – ein direkter Vorteil für dieselintensive Minenbetreiber, deren Betriebskosten damit sinken würden. Darüber hinaus zeigen größere Goldminenbetreiber fundamental solide Zahlen: Im Jahr 2025 verzeichneten sie eine Margenausweitung sowie Zuwächse beim Umsatz und der Eigenkapitalrendite (ROE). Zudem werden Goldminenaktien im Vergleich zum breiteren Markt mit einem deutlichen Bewertungsabschlag beim Gewinn gehandelt – Anleger müssen also keinen Aufpreis zahlen.
Langfristige Perspektive für Goldminenaktien
Wer Goldminenaktien nicht als kurzfristigen Erholungstrade, sondern als langfristiges Investment betrachtet, sollte einige strukturelle Schwächen der Branche kennen. Goldaktien sind in vielen Portfolios chronisch unterrepräsentiert. Gründe dafür sind schlecht ausgeführte Fusionen und Übernahmen in der Vergangenheit, Zweifel an der Verlässlichkeit von Dividenden sowie geopolitische Risiken – viele Minenbetreiber sind in Ländern tätig, die keine stabilen Demokratien sind.
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Zur AktienanalyseDie Branche ist jedoch nicht ohne Perspektive. Experten sehen Potenzial, wenn Minenbetreiber mehr Transparenz bei der Wertschöpfung schaffen, bei Übernahmen selektiver vorgehen und klare operative Strategien verfolgen. Diese Veränderungen brauchen Zeit – kurzfristig wäre vor allem eine Zinswende der Fed ein starker Katalysator für den Sektor.
Für Anleger, die den VanEck Gold Miners ETF in Betracht ziehen, fallen jährliche Gebühren von 0,51% an – das entspricht 51 US-Dollar bei einer Anlage von 10.000 US-Dollar. Angesichts der aktuellen Bewertungsabschläge und der möglichen Erholungsfantasie bleibt der ETF für risikofreudige Investoren zumindest eine beobachtenswerte Option.


