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Gold erreicht Rekord nahe 5.600 Dollar – Silber steuert auf 120 Dollar zu

Edelmetalle erleben historische Rallye inmitten geopolitischer Spannungen und wachsender Unsicherheit über globales Handelssystem.

Gold erreicht Rekord nahe 5.600 Dollar – Silber steuert auf 120 Dollar zu

Gold hat am Donnerstag seine beeindruckende Rallye fortgesetzt und einen Rekordwert von knapp unter 5.600 Dollar pro Unze erreicht. Der Kassapreis stieg um 2,6 Prozent auf 5.538,69 Dollar, nachdem das Edelmetall zuvor ein Allzeithoch von 5.591,61 Dollar markiert hatte. Anleger flüchten angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten massiv in den sicheren Hafen.

Die Gründe für den beispiellosen Anstieg sind vielfältig. "Die wachsende US-Verschuldung und die Unsicherheit, die durch Anzeichen dafür entsteht, dass das globale Handelssystem in regionale Blöcke zerfällt, führen dazu, dass Investoren massiv in Gold investieren", erklärt Edward Meir, Analyst bei Marex. Erst am Montag hatte Gold erstmals die Marke von 5.000 Dollar durchbrochen.

In dieser Woche allein verzeichnete das gelbe Metall einen Wertzuwachs von über 10 Prozent. Neben der starken Nachfrage nach sicheren Anlagen treiben auch robuste Käufe der Zentralbanken und ein schwächerer Dollar die Preise. Im laufenden Jahr hat Gold bereits mehr als 27 Prozent zugelegt, nachdem es 2025 schon um 64 Prozent gestiegen war.

Neues Verständnis von Gold als Anlage

Analysten der OCBC Bank sehen einen grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung des Edelmetalls: "Gold ist nicht länger nur eine Krisen- oder Inflationsabsicherung; es wird zunehmend als neutraler und zuverlässiger Wertspeicher angesehen." Diese Entwicklung macht Gold für ein breiteres Spektrum von Anlagestrategien interessant.

Tony Sycamore von IG warnt zwar vor einem möglichen Rücksetzer aufgrund des "parabolischen Charakters der Rallye", sieht aber die fundamentalen Faktoren weiterhin als unterstützend an. "Jeder Rückgang würde als attraktive Kaufgelegenheit positioniert", so der Marktanalyst.

Zusätzlichen Auftrieb erhielt Gold durch die Ankündigung der Kryptogruppe Tether, 10 bis 15 Prozent ihres Anlageportfolios in physisches Gold zu investieren. In Shanghai und Hongkong strömten Kunden in die Edelmetallgeschäfte, wobei viele auf weitere Preissteigerungen setzen.

Silber profitiert von Goldrallye

Silber folgt dem großen Bruder und stieg um 0,6 Prozent auf 117,30 Dollar pro Unze, nachdem es zuvor ein Rekordhoch von 119,34 Dollar erreicht hatte. Die Nachfrage von Anlegern, die nach günstigeren Alternativen zu Gold suchen, sowie Lieferengpässe und Momentum-Käufe unterstützen das weiße Metall. Im laufenden Jahr hat Silber bereits über 60 Prozent zugelegt.

"Für den Silbermarkt wird in diesem Jahr ein weiteres Defizit prognostiziert, aber die eigentliche Marktverknappung resultiert aus der geringeren Verfügbarkeit der oberirdischen Bestände", schreiben Analysten von Standard Chartered. Diese strukturelle Knappheit könnte die Preise weiter stützen.

Auch die anderen Edelmetalle zeigten sich fest: Platin stieg um 1,6 Prozent auf 2.739,48 Dollar pro Unze, während Palladium um 1,3 Prozent auf 2.047 Dollar nachgab.

Geopolitische Spannungen bleiben hoch

Die geopolitische Lage bleibt angespannt. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Abkommen über Atomwaffen zu schließen. Er warnte vor weitaus schwereren Angriffen als im vergangenen Jahr. Teheran reagierte mit Drohungen gegen die USA, Israel und deren Unterstützer.

Die US-Notenbank Federal Reserve beließ die Zinsen unterdessen wie erwartet unverändert. Fed-Chef Jerome Powell betonte, dass die Inflation im Dezember wahrscheinlich immer noch deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank liege. Diese Konstellation aus niedrigen Realzinsen und hoher Unsicherheit dürfte Gold weiter begünstigen.

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