Gold erholt sich um 4 Prozent nach dramatischem Kursrutsch
Edelmetalle legen nach zweitägigen Verlusten deutlich zu, während Handelsoptimismus asiatische Märkte beflügelt.

Die Edelmetalle zeigen sich am Dienstag im asiatischen Handel deutlich erholt. Nach zweitägigen massiven Kursverlusten verzeichnen Gold, Silber und Platin wieder spürbare Kursgewinne. Spotgold stieg um fast 4 Prozent auf 4.855,93 US-Dollar je Unze, während die Gold-Futures für April sogar um 4,4 Prozent auf 4.853,79 Dollar zulegten.
Die Erholung folgt auf einen dramatischen Kursrutsch am Montag, als der Goldpreis zeitweise auf bis zu 4.400 Dollar gefallen war. Gegenüber dem Rekordhoch der Vorwoche bedeutete dies einen Verlust von fast 1.200 Dollar. Auch Silber erholte sich kräftig um 5,1 Prozent auf 83,105 Dollar je Unze, während Platin um 1,7 Prozent auf 2.167,67 Dollar zulegte.
Als Hauptgrund für die jüngsten Verluste gilt die Nominierung des ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump. Obwohl diese Entscheidung eine wichtige Unsicherheit vom Markt nahm, wird Warsh als weniger geldpolitisch locker eingeschätzt als zunächst erwartet, was die Nachfrage nach sicheren Häfen dämpfte.
Fundamentale Stärke bleibt bestehen
Analysten der ANZ Bank betonen, dass die fundamentalen Faktoren für Gold weiterhin stark seien. Sie erwarten anhaltend hohe Goldkäufe der Zentralbanken angesichts angespannter internationaler Beziehungen. Zudem könnten Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed und steigende Risikoprämien bei US-Anlagen die Investitionsnachfrage nach Gold bis 2026 stützen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der Retail-Markt. Die starke physische Nachfrage dieses Sektors in den vergangenen Monaten könnte eine solide Basis gegen Verkäufe aus dem institutionellen Markt bilden. Die ANZ-Analysten sehen hierin einen stabilisierenden Faktor für die weitere Kursentwicklung.
Handelsoptimismus beflügelt Märkte
Positive Nachrichten aus der Handelspolitik beflügelten am Dienstag den Risikoappetit der Investoren. Besonders erfreut zeigten sich Anleger über ein US-Abkommen zur Senkung der Zölle auf Indien auf 18 Prozent. Zudem stehen Treffen zwischen hochrangigen US- und iranischen Beamten in der Türkei bevor, die eine weitere Eskalation im Nahen Osten verhindern sollen.
Die Entspannung der geopolitischen Lage dämpfte zwar die Nachfrage nach sicheren Häfen, sorgte jedoch für deutliche Kursgewinne an den asiatischen Aktienmärkten. Indiens Benchmark Sensex Index eröffnete 4,5 Prozent höher, während Japans Nikkei um 2,9 Prozent und Chinas Shanghai Composite Index um 0,1 Prozent zulegten.
Kupfer profitiert von China-Nachfrage
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Zur AktienanalyseAuch die Industriemetalle zeigten sich erholt. Kupfer-Futures an der London Metal Exchange stiegen um 1,2 Prozent auf 13.081,95 Dollar je Tonne, während COMEX-Kupfer-Futures um 1,4 Prozent auf 5,9104 Dollar je Pfund zulegten. Die Verluste bei Kupfer fielen deutlich geringer aus als bei den Edelmetallen.
Die Aussichten für die Kupfernachfrage bleiben optimistisch, getrieben durch den wachsenden Bau von Energieerzeugungsanlagen und Rechenzentren. ANZ-Analysten berichteten, dass chinesische Verbraucher bei reduzierten Preisen zugegriffen hätten. Zudem decke sich China vor dem chinesischen Neujahrsfest traditionell mit dem roten Metall ein. Die Nachfrage im weltweit größten Kupferimporteur dürfte robust bleiben, da Peking weitere Konjunkturmaßnahmen plant.
Der Fokus der Investoren richtet sich nun auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Die Nicht-Farm-Beschäftigten sollen definitive Hinweise auf die Verfassung der größten Volkswirtschaft der Welt und den künftigen Zinspfad der Fed geben.


