Gold durchbricht 5.200-Dollar-Marke – Dollar auf Vier-Jahres-Tief
Gold erreicht erstmals die Marke von 5.200 Dollar pro Unze und steigt seit Jahresbeginn um über 20 Prozent. Der schwache US-Dollar und politische Unsicherheit treiben die Edelmetall-Rallye weiter an.

Der Goldpreis hat am Mittwoch erstmals die psychologisch wichtige Marke von 5.200 Dollar durchbrochen und damit einen neuen historischen Rekord aufgestellt. Kassagold verteuerte sich bis 05:58 GMT um 1,4 Prozent auf 5.262,66 Dollar je Feinunze, nachdem zuvor ein Allzeithoch von 5.266,37 Dollar erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall damit mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen.
Dollar-Schwäche treibt Goldpreis
Als Haupttreiber der Goldpreis-Rallye gilt die massive Schwäche des US-Dollars, der auf ein Vier-Jahres-Tief abgerutscht ist. "Der Goldanstieg ist auf die sehr starke indirekte Korrelation mit dem Dollar zurückzuführen", erklärt Kelvin Wong, leitender Marktanalyst bei OANDA. Besonders Präsident Donald Trumps Äußerungen zu einem schwächeren Greenback hätten den Verkaufsdruck auf die US-Währung verstärkt.
Trump bezeichnete den gesunkenen Dollar-Wert als "großartig" und deutete damit einen breiten Konsens im Weißen Haus für eine schwächere US-Währung an. Diese Haltung steht im Kontrast zur traditionellen "starker Dollar"-Politik und verstärkt die Unsicherheit an den Devisenmärkten.
Fed-Sitzung im Fokus
Die Märkte richten ihren Blick nun auf die laufende geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Es wird allgemein erwartet, dass die Fed die Zinsen im Januar unverändert lässt. Trump kündigte jedoch an, bald seine Wahl für einen neuen Fed-Vorsitzenden bekannt zu geben und prognostizierte sinkende Zinsen unter der neuen Führung.
"Angesichts der Spannungen zwischen den Mandaten der Fed und dem Weißen Haus nehmen die Märkte lediglich eine defensive Haltung ein", kommentiert Ilya Spivak, Head of Global Macro bei Tastylive. Die Unsicherheit über die künftige Geldpolitik stützt zusätzlich die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.
US-Verbrauchervertrauen auf 11-Jahres-Tief
Verschärft wird die Situation durch schwache US-Konjunkturdaten. Das Verbrauchervertrauen sank im Januar auf den niedrigsten Stand seit mehr als 11,5 Jahren. Wachsende Sorgen über einen trägen Arbeitsmarkt und anhaltend hohe Preise belasten die Stimmung der amerikanischen Konsumenten.
Analysten sehen weiteres Potenzial
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Zur AktienanalyseDie Deutsche Bank zeigt sich optimistisch für die weitere Entwicklung und prognostiziert einen Goldpreis von 6.000 Dollar pro Unze bis 2026. Als Begründung führen die Analysten die anhaltende Investitionsnachfrage an, da Zentralbanken und Investoren ihre Allokationen in Nicht-Dollar-Anlagen und Sachwerte erhöhen. Der kurzfristige Widerstand für Gold liegt laut Wong bei etwa 5.240 Dollar je Unze.
Auch andere Edelmetalle gefragt
Die Rallye erfasst auch andere Edelmetalle. Kassasilber legte um 2 Prozent auf 115,40 Dollar pro Unze zu, nachdem am Montag ein Rekordhoch von 117,69 Dollar erreicht wurde. Das weiße Metall ist in diesem Jahr bereits um fast 60 Prozent gestiegen. Kassaplatin verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 2.685,16 Dollar je Unze, während Palladium um 0,7 Prozent auf 1.946,75 Dollar zulegte.


