Gold durchbricht 5.000-Dollar-Marke: US-Shutdown-Krise treibt Anleger in sichere Häfen
Der Goldpreis erreicht ein historisches Rekordhoch von über 5.000 US-Dollar pro Unze, während die USA auf einen Regierungsstillstand zusteuern. Politische Blockaden im Senat und tödliche Vorfälle mit Bundesbeamten verschärfen die Krise.

Der Goldpreis hat am Montag erstmals die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze durchbrochen und ein Allzeithoch von 5.093,19 Dollar erreicht. Die historische Rallye wird maßgeblich durch die drohende Haushaltskrise in den USA befeuert, während Anleger weltweit Zuflucht in dem Edelmetall suchen.
Politische Blockade gefährdet Regierungsfinanzierung
Die Wahrscheinlichkeit eines teilweisen Stillstands der US-Regierung ist dramatisch gestiegen. Demokratische Senatoren drohen, das 1,2 Billionen US-Dollar schwere Finanzierungspaket der Bundesregierung zu blockieren, solange es Mittel für das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) enthält. Hintergrund sind zwei tödliche Schüsse auf US-Bürger durch Bundesbeamte der Einwanderungsbehörden in Minneapolis innerhalb eines Monats.
Ohne Zustimmung des Senats bis Freitag, 31. Januar, um 00:01 Uhr tritt der Teil-Shutdown in Kraft. Das Paket benötigt 60 Stimmen zur Überwindung des Filibuster-Verfahrens, was die Unterstützung von Demokraten erfordert. Die Republikaner halten zwar eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen, doch prominente Demokraten wie Senator Angus King und Senatorin Patty Murray haben bereits ihre Ablehnung signalisiert.
Wirtschaftsführer fordern Deeskalation
Über 60 CEOs führender US-Unternehmen, darunter Target, 3M, Cargill und UnitedHealth, unterzeichneten einen Brief, der zu einer "sofortigen Deeskalation der Spannungen" aufruft. Die Wirtschaftsvertreter aus Minnesota forderten staatliche und bundesstaatliche Beamte zur Zusammenarbeit auf, während die politische Pattsituation die Märkte zunehmend verunsichert.
Gold profitiert von Unsicherheit
Der Spotpreis für Gold stieg um 0,75 Prozent auf 5.019,85 Dollar und markierte damit einen neuen Meilenstein. Neben der drohenden US-Haushaltskrise stützen mehrere Faktoren den Höhenflug: anhaltende geopolitische Spannungen zwischen den USA und der NATO bezüglich Grönland, die Schwäche des US-Dollars (Index sank um 0,5 Prozent) sowie niedrigere Zinssätze.
Zentralbanken tragen maßgeblich zur Dynamik bei. China setzte seine Goldkäufe im Dezember den 14. Monat in Folge fort. Auch Rekordzuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) stützen den Preis nachhaltig.
Analysten sehen weiteres Aufwärtspotenzial
Experten prognostizieren eine Fortsetzung der Rallye. Ross Norman, renommierter Edelmetallanalyst, erwartet für das laufende Jahr einen Höchststand von 6.400 Dollar pro Unze. Die Dynamik bei den Edelmetallen erscheine "unaufhaltsam", kommentierte Sucden Financial.
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Zur AktienanalyseAuch andere Edelmetalle profitieren: Silber erreichte mit 109,448 Dollar pro Unze ebenfalls einen neuen Höchststand und stieg um 2,52 Prozent auf 105,54 Dollar. Palladium legte ebenfalls zu, während Platin leichte Verluste verzeichnete.
Ausblick für Anleger
Für deutsche Anleger bietet die aktuelle Situation sowohl Chancen als auch Risiken. Während Gold traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt, warnen Experten vor überhitzten Märkten. Die kommenden Tage dürften entscheidend sein: Sollte der US-Shutdown tatsächlich eintreten, könnte dies den Goldpreis weiter befeuern und die Volatilität an den Märkten erhöhen.


