Gold durchbricht 5.000-Dollar-Marke – Neues Allzeithoch
Der Goldpreis hat am Montag erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze überschritten und damit ein neues Allzeithoch erreicht. Geopolitische Spannungen und Handelsstreitigkeiten treiben Anleger in den sicheren Hafen.

Der Goldpreis hat am Montag einen historischen Meilenstein erreicht und erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Kassagold stieg um 1,1 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 5.035,83 Dollar. Die US-Gold-Futures kletterten ebenfalls um 1,1 Prozent auf einen Rekordwert von 5.074,71 Dollar pro Unze.
Die Rallye setzt den steilen Aufwärtstrend der vergangenen Woche fort. Allein in den letzten sieben Tagen legte Gold um mehr als 8 Prozent zu und durchbrach dabei wiederholt historische Höchststände. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Edelmetall bereits ein Plus von fast 17 Prozent.
Geopolitische Spannungen befeuern Nachfrage
Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Goldrallye sind die eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und NATO-Verbündeten. Besonders die Auseinandersetzung um Grönland hat die transatlantischen Beziehungen belastet und für Verunsicherung an den globalen Märkten gesorgt. Die Rhetorik über strategische US-Interessen in der Arktisregion löste Bedenken hinsichtlich weitreichender diplomatischer und wirtschaftlicher Folgen aus.
Zusätzlich verschärfte US-Präsident Trump am Wochenende die Handelsstreitigkeiten mit Kanada. Er drohte damit, einen 100-prozentigen Zoll auf kanadische Waren zu erheben, falls Ottawa ein Handelsabkommen mit China vorantreibt. Trump warnte, Kanada könnte als "Umschlaghafen" für chinesische Waren dienen, um in die USA zu gelangen.
Auch andere Edelmetalle profitieren
Die positive Stimmung erfasste am Montag auch andere Edelmetalle. Die Silberpreise stiegen um mehr als 2 Prozent und erreichten ein Rekordhoch von 106,56 Dollar pro Unze. Platin legte ebenfalls zu und markierte einen neuen Höchststand von 2.798,46 Dollar pro Unze. Beide Metalle verzeichnen seit Jahresbeginn deutliche Kursgewinne.
Fed-Sitzung im Fokus der Anleger
Neben den geopolitischen Faktoren stützen auch geldpolitische Erwartungen den Goldpreis. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet am Mittwoch ihre geldpolitische Sitzung. Die Märkte erwarten weitgehend, dass die Zinssätze zunächst unverändert bleiben werden. Dennoch werden Investoren die Erklärung der Fed und die Kommentare von Chairman Jerome Powell genau analysieren.
Im Fokus stehen dabei Hinweise auf den Zeitpunkt und das Tempo möglicher Zinssenkungen im späteren Jahresverlauf. Niedrigere Zinssätze wirken sich tendenziell positiv auf Gold aus, da sie die Opportunitätskosten für das Halten unverzinslicher Vermögenswerte senken. "Sowohl die Daten als auch die robuste Verteidigung der Unabhängigkeit der Zentralbank durch Chairman Powell deuten auf geringe Aussichten für eine Zinssenkung der Fed am 28. Januar hin", schrieben Analysten von ING.
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Zur AktienanalyseZentralbanken als wichtige Käufer
Die anhaltende Nachfrage von Zentralbanken und institutionellen Anlegern, die Schutz vor Marktvolatilität suchen, bleibt ein wesentlicher Faktor für den Goldpreis. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Erwartungen an eine lockerere US-Geldpolitik und der Flucht in sichere Häfen hat Gold zu einem der gefragtesten Vermögenswerte in diesem Jahr gemacht.
Für deutsche Anleger bedeutet der Goldpreisanstieg in Dollar bei einem aktuellen Wechselkurs von etwa 1,04 Dollar pro Euro einen Preis von rund 4.840 Euro pro Unze. Die Entwicklung zeigt einmal mehr die Bedeutung von Gold als Krisenwährung und Portfolioabsicherung in unsicheren Zeiten.


