Gold durchbricht 4.600-Dollar-Marke: Powell-Untersuchung befeuert Rally
Gold erreicht ein neues Allzeithoch über 4.600 Dollar je Unze. Eine Untersuchung gegen Fed-Chef Powell und globale Spannungen treiben Anleger verstärkt in den sicheren Hafen.

Der Goldpreis hat am Montag ein neues Rekordhoch erreicht und die Marke von 4.600 Dollar je Unze durchbrochen. Kassagold stieg zeitweise um 2 Prozent, bevor die Gewinne leicht wieder abgegeben wurden. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall bereits rund 6 Prozent zugelegt und setzt damit seine beeindruckende Rally fort.
Powell-Untersuchung sorgt für Unsicherheit
Eine neue Dimension politischen Risikos entstand durch die Untersuchung gegen Jerome Powell, den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Bundesstaatsanwälte untersuchen eine 2,5 Billionen Dollar teure Renovierung des Washingtoner Fed-Hauptsitzes sowie Powells Aussagen vor dem Kongress. Powell selbst führte die Untersuchung auf die langjährige Frustration von Präsident Donald Trump über die zurückhaltende Zinspolitik der Fed zurück.
"Insbesondere wenn dies dazu führt, dass er zurücktritt und die Fed früher als geplant verlässt und durch jemanden ersetzt wird, der Zinssenkungen stärker befürwortet", erklärt Jon Mills, Aktienanalyst bei Morningstar die Bedeutung für den Goldmarkt. Ein möglicher Führungswechsel bei der Fed könnte den Weg für schnellere Zinssenkungen ebnen, was traditionell den Goldpreis stützt.
Niedrigere Zinsen als Preistreiber
Sinkende Zinsen wirken sich positiv auf Gold aus, da sie die Opportunitätskosten für das Halten des renditelosen Edelmetalls reduzieren. Jüngste US-Wirtschaftsdaten, die auf einen abkühlenden Arbeitsmarkt hindeuten, verstärken diese Erwartung zusätzlich. Der schwächere US-Dollar trägt ebenfalls zur Attraktivität von Gold bei.
Geopolitische Spannungen verschärfen sich
Neben den innenpolitischen Entwicklungen in den USA befeuern auch internationale Krisenherde die Nachfrage nach sicheren Häfen. Die Spannungen mit dem Iran sind erneut aufgeflammt, nachdem Washington Optionen für eine Reaktion auf die Unruhen im Land prüft. Zudem führte eine US-Militäroperation in Venezuela am vergangenen Wochenende zur Festnahme von Präsident Nicolas Maduro.
Eli Lee von der Bank of Singapore betont die Beständigkeit geopolitischer Unsicherheit und das Risiko von Konflikten in mehreren Regionen. In diesem Umfeld erwartet er weiteren Auftrieb für die Goldpreise.
Strukturelle Argumente bleiben intakt
Über die aktuellen Krisenszenarien hinaus sehen Experten auch langfristige Faktoren für steigende Goldpreise. Nach Jahren der Sanktionen, geopolitischer Fragmentierung und fiskalisch-monetärer Komplexität bewerten Investoren ihre Portfolioallokationen neu. Die HSBC prognostiziert, dass die Handelsdynamik die Preise im ersten Halbjahr 2026 auf 5.000 Dollar je Unze treiben könnte.
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Zur AktienanalyseZentralbanken als wichtige Käufer
Zentralbanken dürften auch in diesem Jahr starke Käufer bleiben, da sie vom Dollar diversifizieren. Die HSBC warnt allerdings, dass die Käufe aufgrund der hohen Preise unter die Höchststände der Jahre 2022 bis 2024 fallen könnten. Die Bank führt die Rally auf eine Kombination aus Nachfrage nach sicheren Häfen, einem schwächeren US-Dollar und politischer Unsicherheit zurück.
Im Jahr 2025 verzeichneten die Goldpreise einen jährlichen Zuwachs von fast 65 Prozent – den höchsten seit Jahrzehnten. Trotz der beeindruckenden Rally erwarten Analysten, dass die Volatilität erhöht bleibt und Rückschläge häufiger werden könnten.


