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Gold auf Rekordhoch über 4.600 Dollar – Grönland-Streit treibt Anleger in Edelmetalle

Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und Europa hat Gold am Montag auf ein neues Allzeithoch von über 4.690 US-Dollar getrieben. Trumps Zoll-Drohungen wegen Grönland versetzen die Märkte in Aufruhr, während Edelmetalle als sicherer Hafen boome

Gold auf Rekordhoch über 4.600 Dollar – Grönland-Streit treibt Anleger in Edelmetalle

Der Goldpreis hat am Montag ein neues Rekordhoch erreicht und kletterte zeitweise um zwei Prozent auf über 4.690 US-Dollar je Feinunze. Am Mittag notierte das Edelmetall bei rund 4.604 Dollar. Auslöser der Rally ist die dramatische Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und Europa.

Trump droht mit massiven Strafzöllen

US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende mit der Verhängung von Strafzöllen gegen Deutschland und sieben weitere europäische NATO-Partner gedroht. Hintergrund ist sein Vorhaben, Grönland zu annektieren. Ab dem 1. Februar sollen 10 Prozent Einfuhrzölle auf Waren aus diesen Ländern fällig werden, die zum 1. Juni auf 25 Prozent steigen könnten. Europa bereitet milliardenschwere Gegenmaßnahmen vor, die Ende der Woche auf einem Sondergipfel diskutiert werden sollen.

Aktienmärkte unter Druck

Die protektionistische Verschärfung versetzt die Börsen in Alarmbereitschaft. Der deutsche Leitindex DAX rutschte am Montag unter die Marke von 25.000 Punkten, MDax und EuroStoxx 50 verzeichneten ebenfalls deutliche Verluste. Besonders deutsche Automobilhersteller wie Porsche, Mercedes-Benz, BMW und VW litten unter dem Risiko weiterer Importzölle, wie Analysten von Barclays hervorhoben.

Silber mit Rekordsprung

Auch Silber profitierte stark von der Flucht in sichere Häfen. Der Preis zog im frühen Handel in der Spitze um bis zu 4,4 Prozent auf den Rekord von 94,12 US-Dollar an. Damit setzt sich die beeindruckende Performance fort: Silber verzeichnete im Jahr 2025 ein Plus von fast 150 Prozent, Gold legte seit Jahresbeginn bereits um mehr als acht Prozent zu.

Geopolitische Krisenherde stützen Gold

Neben der Grönland-Debatte stützen weitere geopolitische Faktoren den Goldkurs. Analysten verweisen auf die angespannte Lage im Iran, wo die Führung den Internetzugang weitgehend kappte, um Proteste zu unterdrücken. Trump signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft, schloss aber ein vorheriges Eingreifen der USA nicht aus.

Zweifel an Fed-Unabhängigkeit

Ein weiterer wichtiger Treiber sind wachsende Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank. Berichte über strafrechtliche Ermittlungen gegen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell wegen angeblich falscher Angaben vor dem Senat schüren die Sorge, dass politischer Druck die Geldpolitik dominieren könnte. Dies befeuert die Erwartung schnellerer Zinssenkungen.

Goldman Sachs erwartet 4.900 Dollar

Die Aussicht auf sinkende US-Zinsen wirkt als Rückenwind für Gold, da das zinslose Edelmetall in Phasen niedrigerer Zinsen attraktiver wird. Bereits am Montagabend hatte Notenbanker Christopher Waller mit der Erwähnung einer möglichen Zinssenkung im Dezember den Kurs beflügelt. Analysten von Goldman Sachs rechnen damit, dass der Goldpreis bis zum vierten Quartal 2026 auf rund 4.900 US-Dollar steigen könnte.

Beeindruckende historische Performance

Der aktuelle Aufwärtstrend setzt sich nahtlos fort: Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete Gold mit einem Plus von 65 Prozent das stärkste Wachstum seit 1979. Zentralbanken, insbesondere aus China und Indien, kaufen weiterhin massiv Gold zu und bestätigen damit die positive Mittelfristprognose.

Anlagestrategien in unsicheren Zeiten

Experten raten angesichts der anhaltenden Unsicherheiten zu verschiedenen Strategien: Neben der traditionellen Flucht in Gold und Silber wird auch Bargeld als stabilisierender Faktor genannt. Mittelfristig orientierte Anleger könnten Festgeldkonten nutzen, wobei Zinsen von bis zu 2,63 Prozent für zweijährige Laufzeiten bei deutschen Instituten möglich sind.

Für risikofreudigere Anleger stellen Rüstungsaktien wie Rheinmetall, Renk oder Hensoldt eine Option dar, da geopolitische Spannungen deren Auftragsbücher füllen. Allerdings warnen Analysten, dass diese Aktien bereits hoch bewertet sind.

Zollkosten treffen US-Konsumenten

Studien zeigen, dass die Kosten der von Trump verhängten historischen Zölle fast ausschließlich von amerikanischen Konsumenten getragen werden. Dies widerspricht Trumps Behauptung, Ausländer würden zahlen, und könnte seine Verhandlungsposition in zukünftigen Handelskonflikten schwächen. Solange der Kollisionskurs zwischen den USA und Europa anhält, dürfte das Aufwärtspotenzial für Gold jedoch bestehen bleiben.

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