GM-Chefin warnt vor Kanadas China-Deal bei E-Autos
Mary Barra, CEO von General Motors, kritisiert scharf Kanadas Entscheidung, zehntausende günstige chinesische Elektrofahrzeuge zu importieren. Sie sieht darin eine Bedrohung für die nordamerikanische Autoindustrie.

Die Vorstandsvorsitzende von General Motors, Mary Barra, hat die jüngste Vereinbarung Kanadas zum Import chinesischer Elektrofahrzeuge als "gefährliche Abwärtsspirale" bezeichnet. Das Anfang Januar angekündigte Abkommen könnte zehntausende preisgünstige E-Autos aus China ins Land bringen.
Kritik an unfairen Wettbewerbsbedingungen
Bei einer Mitarbeiterversammlung am Dienstag äußerte Barra deutliche Bedenken. "Ich kann nicht erklären, warum diese Entscheidung in Kanada getroffen wurde", sagte die GM-Chefin. Die Vereinbarung laufe dem Aufbau einer starken nordamerikanischen Industrieplattform zuwider und gefährde Arbeitsplätze sowie die nationale Sicherheit.
Barra wies auf die ungleichen Marktbedingungen hin: Chinesische Autohersteller profitierten in ihrem Heimatmarkt von hohen Importzöllen und technologischen Beschränkungen, die ausländische Wettbewerber vom chinesischen Markt fernhalten. Diese Asymmetrie verschaffe chinesischen Herstellern einen unfairen Vorteil.
Auswirkungen auf die Automobilindustrie
Die GM-Aktie notiert aktuell mit einem Plus von 8,75 Prozent. Dennoch zeigt sich das Management besorgt über die langfristigen Folgen des kanadischen Kurses. Die nordamerikanische Autoindustrie investiert Milliarden in den Aufbau einer heimischen E-Auto-Produktion.
Kanadas Entscheidung könnte diese Bemühungen konterkarieren und den Wettbewerbsdruck auf etablierte Hersteller wie GM, Ford und Stellantis erhöhen. Für deutsche Automobilkonzerne wie Volkswagen und BMW, die ebenfalls stark in Nordamerika engagiert sind, dürfte die Entwicklung ebenfalls von Bedeutung sein.
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Zur AktienanalyseHandelspolitische Dimension
Die Kontroverse zeigt die zunehmenden Spannungen im globalen Automobilhandel. Während die USA und die EU chinesische E-Autos mit hohen Zöllen belegen, geht Kanada nun einen anderen Weg. Dies könnte zu weiteren handelspolitischen Verwerfungen innerhalb Nordamerikas führen.


