GLP-1-Markt wächst rasant: Neue Indikationen und Milliardenumsätze
Novo Nordisk und Eli Lilly treiben den GLP-1-Boom mit Rekordverschreibungen, neuen Zulassungen und bahnbrechenden Studienergebnissen weiter voran.

Der Markt für GLP-1-Medikamente erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Novo Nordisk meldete am 7. Juni 2026, dass seit der Markteinführung von Wegovy®-Tabletten am 5. Januar 2026 bereits über drei Millionen Verschreibungen eingelöst wurden. Das Unternehmen bezeichnete dies als „eine der volumenmäßig stärksten Markteinführungen in der Geschichte der US-Pharmaindustrie".
Besonders bemerkenswert: 82 Prozent dieser Verschreibungen gingen an Personen, die zuvor noch nie mit GLP-1-Medikamenten behandelt worden waren. Dies bestätigt die These, dass oral verabreichte GLP-1-Präparate den Markt gegenüber injizierbaren Varianten erheblich erweitern. Parallel dazu führte Novo Nordisk Wegovy®-Tabletten in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein und erhielt am 11. Juni die Zulassung im Vereinigten Königreich – als erste tägliche GLP-1-Tablette zur Gewichtsreduktion überhaupt.
Eli Lilly mit beeindruckenden Phase-3-Daten
Auch Eli Lilly drängt mit Nachdruck in den Markt. Das Unternehmen veröffentlichte Ergebnisse seiner Phase-3-Studie TRIUMPH-1 zu Retatrutid, einem Prüfpräparat, das auf GLP-1-, Glucagon- und GIP-Rezeptoren abzielt. Bei 2.339 Teilnehmern führte eine wöchentliche Injektion von 12 mg Retatrutid zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 28,3 Prozent über 80 Wochen. 65,3 Prozent der Probanden erreichten dabei einen BMI unter 30 und erfüllten damit die Kriterien für Adipositas nicht mehr.
Die Studie zeigte darüber hinaus bemerkenswerte Nebeneffekte: Retatrutid reduzierte Knieschmerzen bei Arthrose um 73,1 Prozent und den Schweregrad mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe um bis zu 60,6 Prozent pro Stunde. Dr. Ania Jastreboff, Professorin an der Yale School of Medicine und leitende Prüfärztin, kommentierte: „Adipositas ist die Ursache für mehr als 200 Folgeerkrankungen, dennoch haben wir diese Zustände in der Vergangenheit einzeln und isoliert behandelt."
Am 8. Juni veröffentlichte Lilly zudem Ergebnisse seiner ACHIEVE-Phase-3-Studien zu Foundayo® (Orforglipron), einem täglichen oralen GLP-1-Medikament. Es senkte die HbA1c-Werte um 2,2 Prozentpunkte – von 8,3 Prozent auf 6,1 Prozent – über einen Zeitraum von 52 Wochen. Foundayo® wird als potenzielle Behandlung für Typ-2-Diabetes, obstruktive Schlafapnoe, Gewichtsmanagement, Bluthochdruck, Arthrose-Knieschmerzen, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Belastungsharninkontinenz untersucht.
GLP-1 auch für neurologische und kardiovaskuläre Erkrankungen relevant
Ein Datensatz mit mehr als zwei Millionen Veteranen lieferte weitere beeindruckende Hinweise auf das Potenzial von GLP-1-Medikamenten. Die Auswertung zeigte verringerte Risiken für Abhängigkeiten von Alkohol, Cannabis, Stimulanzien und Opioiden sowie ein reduziertes Risiko für neurokognitive Störungen wie Alzheimer und Demenz. Zudem bestätigte der Datensatz frühere Erkenntnisse über das Potenzial, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, hohes Cholesterin und andere kardiovaskuläre Erkrankungen zu senken.
Weitere Studien deuten auf Vorteile für Personen mit chronischer Nierenerkrankung, metabolischer Dysfunktion-assoziierter Steatohepatitis (MASH) und Arthritis hin. Die Ausweitung der Anwendungsgebiete treibt die Umsatzprognosen für den gesamten Sektor massiv nach oben.
Milliarden-Prognosen für den GLP-1-Markt
Die Markterwartungen sind enorm: TD Cowen hob seine Umsatzprognose für den gesamten GLP-1-Sektor für das Jahr 2030 von 101 Milliarden auf 139 Milliarden US-Dollar an. Roots Analysis prognostiziert einen Umsatz von 180 Milliarden US-Dollar bis 2035, während die UBS Investment Bank erwartet, dass der GLP-1-Umsatz im Jahr 2029 126 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
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Zur AktienanalyseLaut IQVIA befinden sich derzeit mehr als 193 Wirkstoffe in der Adipositas-Pipeline in aktiver klinischer Entwicklung. In den nächsten vier Jahren werden acht weitere Zulassungen für neuartige GLP-1-Medikamente erwartet. Die Märkte für Adipositas und Diabetes werden weiterhin von Lilly und Novo Nordisk dominiert.
Lexaria Bioscience setzt auf Nebenwirkungsreduktion
Inmitten dieses Booms positioniert sich das kanadische Unternehmen Lexaria Bioscience Corp. (Nasdaq: LEXX) mit seiner DehydraTECH™-Technologie. Die größte Chance für Produktverbesserungen liegt laut Lexaria im Bereich der Patientensicherheit, da die heute verfügbaren GLP-1-Medikamente bekanntermaßen gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung verursachen.
Lexaria gibt an, mit seiner DehydraTECH™-Technologie bei Tests mit drei der wichtigsten GLP-1-Medikamente – Semaglutid, Tirzepatid und Liraglutid – in oraler Form deutliche Reduktionen gastrointestinaler Nebenwirkungen erzielt zu haben. In diesem Jahr startet das Unternehmen zwei neue Tierstudien zu Retatrutid und Amycretin, zwei Wirkstoffen, die noch nie zuvor auf ihre Kompatibilität mit der DehydraTECH™-Technologie getestet wurden. Lexaria verfügt nach eigenen Angaben über ein umfangreiches, hundertprozentiges Patentportfolio, das DehydraTECH™ weltweit schützt.


