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Globaler Anleiheausverkauf treibt Renditen auf Mehrjahreshöchststände

Steigende Kriegssorgen und wachsende Staatsausgaben belasten Anleihemärkte weltweit – Kreditkosten erreichen historische Höchststände.

Globaler Anleiheausverkauf treibt Renditen auf Mehrjahreshöchststände

Die Anleihemärkte weltweit stehen massiv unter Druck. Anleger trennen sich von Staatsanleihen in Großbritannien, den USA und Japan, was die Renditen auf Mehrjahres- oder sogar historische Höchststände treibt. Als Haupttreiber gelten zunehmende Sorgen über eine kriegsbedingte Inflation sowie steigende Staatsausgaben in vielen Ländern.

Besonders auffällig ist die Entwicklung in Japan: Die Rendite 30-jähriger japanischer Staatsanleihen ist auf ein Niveau gestiegen, das in der gesamten 27-jährigen Geschichte dieser Anleihe noch nie verzeichnet wurde. Das ist ein historisches Ereignis, das die Dimension des aktuellen Ausverkaufs verdeutlicht.

Renditen in den USA und Großbritannien auf Mehrjahreshöchstständen

Auch in den USA ist die Lage angespannt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen bewegt sich nahe ihrem höchsten Stand seit 2023. US-Staatsanleihen, sogenannte „Treasuries", gelten traditionell als sicherer Hafen – umso bemerkenswerter ist der aktuelle Verkaufsdruck, der die Renditen nach oben treibt.

In Großbritannien erreichte die Rendite langfristiger Staatsanleihen, der sogenannten „Gilts", den höchsten Stand seit 1998. Das bedeutet, dass britische Staatsanleihen zuletzt vor fast drei Jahrzehnten so hohe Renditen aufwiesen. Für den britischen Staat steigen damit die Kosten für die Aufnahme neuer Schulden erheblich.

Was steigende Renditen für Anleger bedeuten

Wenn Anleger Staatsanleihen verkaufen, fällt deren Kurs – und die Rendite steigt im Gegenzug. Steigende Renditen bedeuten für Staaten höhere Zinszahlungen auf neue Schulden, was die öffentlichen Haushalte belastet. Für private Anleger, die bereits Anleihen im Portfolio halten, bedeutet der Kursrückgang hingegen Buchverluste.

Die Kombination aus kriegsbedingten Inflationssorgen und der Erwartung weiter steigender Staatsausgaben schürt bei Investoren die Befürchtung, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte als bisher angenommen. Das macht festverzinsliche Wertpapiere mit langen Laufzeiten besonders unattraktiv, da ihre festen Zinszahlungen durch Inflation real entwertet werden.

Globaler Gleichlauf als Warnsignal

Bemerkenswert ist, dass der Ausverkauf nicht auf ein einzelnes Land beschränkt ist, sondern gleichzeitig in den USA, Großbritannien und Japan stattfindet. Dieser globale Gleichlauf deutet darauf hin, dass es sich um ein strukturelles, länderübergreifendes Phänomen handelt und nicht um länderspezifische Probleme.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung relevant, da steigende Renditen in den USA, Großbritannien und Japan auch Druck auf europäische Anleihemärkte ausüben können. Wer in Rentenfonds oder direkt in Staatsanleihen investiert ist, sollte die weitere Entwicklung der Renditen genau beobachten.

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