Globale Märkte: Ist es Zeit, Gewinne mitzunehmen?
Südkoreas KOSPI erholt sich nach historischem Ausverkauf, während Halbleiter-Aktien und der Yen die Anleger beschäftigen.

Der technologielastige südkoreanische KOSPI hat am Mittwoch einen wenig überzeugenden Erholungsversuch unternommen – einen Tag nach dem fünftgrößten Ausverkauf seiner Geschichte. Der Index legte im Vormittagshandel zunächst zu, notierte vor der Mittagspause in Seoul jedoch unverändert. Die Stimmung bleibt angespannt.
Laut der Großbank BNY gibt es Anzeichen dafür, dass die Käufe von Privatanlegern, die den KOSPI von einem Rekord zum nächsten getrieben haben, allmählich nachlassen. Als Mitauslöser gilt die plötzlich zurückhaltende Haltung der südkoreanischen Aufsichtsbehörde gegenüber beliebten gehebelten ETF-Produkten. Besonders auffällig: In den Innenstädten Seouls sind seit Monaten Angestellte zu beobachten, die über ihre Smartphones aktiv Aktien handeln – ein Zeichen für die breite Beteiligung von Privatanlegern am Marktgeschehen.
Halbleiter im Fokus: Micron als nächster Richtungsweiser
Auch der Halbleiterriese TSMC gab in Taipeh nach. Der nächste wichtige Stimmungstest für die gesamte Branche steht mit dem Quartalsbericht von Micron nach US-Börsenschluss an. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der Chiphersteller langfristige Lieferverträge sowie Vorauszahlungen von Großkunden bekanntgeben wird.
Die Enttäuschungsschwelle könnte dabei recht niedrig liegen, denn die Positionierung der Marktteilnehmer ist bereits stark ausgereizt. Die Juni-Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern zeigt: 80 Prozent der Befragten halten Long-Positionen in Halbleitern für den am stärksten überlaufenen Handel – ein Rekordwert. Gleichzeitig betrachtet mehr als die Hälfte der befragten Fondsmanager die aktuelle Phase des KI-Investitionszyklus als „Boom"-Phase, noch nicht als Stadium der Euphorie, der Gewinnmitnahmen oder der Panik einer platzenden Spekulationsblase.
MSCI lässt Indonesien weiter auf Hochstufung warten
Der Indexanbieter MSCI hat Indonesien erneut in der Warteschleife seiner Marktklassifizierungsüberprüfung belassen. Zur Begründung hieß es, Investoren warteten ab, ob Reformen beim Streubesitz und der Offenlegung von Eigentumsverhältnissen zu einem liquideren und transparenteren Markt führen würden. Das Ergebnis sorgte für schwankende Aktienkurse in Jakarta.
Ifo-Index, Euro und Yen im Blick
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Zur AktienanalyseFür europäische Anleger steht im weiteren Tagesverlauf der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex auf dem Programm, für den eine leichte Verbesserung prognostiziert wird. Der Euro bleibt jedoch gegenüber dem US-Dollar unter Druck, gestützt durch Markterwartungen mehrerer Zinserhöhungen der US-Notenbank in diesem Jahr.
Der japanische Yen hielt sich in Asien bei 160,56 zum Dollar. Anleger reagierten vorsichtig auf Online-Diskussionen zwischen der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama und ihrem US-Amtskollegen Scott Bessent über mögliche gemeinsame Interventionen zur Stützung der japanischen Währung. Zusätzlich plant Japan laut einem Reuters vorliegenden Berichtsentwurf, Möglichkeiten zur Verbesserung der Verwaltung seiner Devisenreserven in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar zu prüfen – eine „Kriegskasse", die derzeit vermutlich hauptsächlich in US-Staatsanleihen gehalten wird.


