Globale Liquidität am Höhepunkt: Stratege rät zu defensiver Portfolioausrichtung
Mike Howell von CrossBorder Capital warnt: Der globale Liquiditätszyklus hat seinen Zenit überschritten – Volatilität droht.

Ein erfahrener Marktstratege schlägt Alarm: Die globale Liquidität hat ihren Höhepunkt erreicht und beginnt nun zu sinken. Für Anleger bedeutet das nach Einschätzung von Mike Howell, Gründer und Geschäftsführer von CrossBorder Capital, eine Phase erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten. Seine Empfehlung ist klar: Portfolios defensiver ausrichten und Risiken reduzieren.
Howell äußerte sich am Donnerstag im Podcast „Macro Voices", wo er seine pessimistische Markteinschätzung ausführlich darlegte. Der Stratege stützt seine Analysen auf den sogenannten „globalen Liquiditätszyklus" – ein zentrales Konzept seiner Arbeit, das er über viele Jahre entwickelt hat. Dieser Zyklus beschreibt Zeiträume von etwa fünf Jahren, in denen „Quantität und Qualität des Geldes schwanken".
Was der globale Liquiditätszyklus bedeutet
Der Liquiditätszyklus gilt laut Howell häufig als Vorbote für umfassendere Finanz- und Wirtschaftszyklen. Wenn die globale Liquidität steigt, profitieren in der Regel Risikoanlagen wie Aktien. Dreht sich der Zyklus, können Märkte unter Druck geraten – ein Szenario, das Howell nun für wahrscheinlich hält.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das starke globale Bruttoinlandsprodukt (BIP). Ein robustes Wirtschaftswachstum entzieht dem Finanzsystem Liquidität, da Kapital verstärkt in die Realwirtschaft fließt statt in Finanzmärkte. Hinzu kommen höhere Zinssätze, die sich laut Howell abzeichnen und die Liquiditätssituation weiter verschärfen dürften.
Defensive Allokation als Antwort auf sinkende Liquidität
Für Anleger leitet Howell aus dieser Analyse eine klare Handlungsempfehlung ab: defensiv allokieren. Das bedeutet konkret, das Portfolio widerstandsfähiger gegen Marktschwankungen zu gestalten. In Phasen sinkender Liquidität und steigender Volatilität rücken typischerweise stabilere Anlageklassen in den Fokus.
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Zur AktienanalyseHowells Analyse ist für deutsche Privatanleger besonders relevant, da die globalen Liquiditätsbedingungen auch die europäischen und deutschen Märkte direkt beeinflussen. Steigende Zinsen und eine rückläufige Geldmenge wirken sich auf Bewertungen von Aktien, Anleihen und anderen Vermögenswerten aus – unabhängig davon, ob man in Frankfurt, New York oder Tokio investiert.
CrossBorder Capital ist auf die Analyse globaler Kapitalflüsse spezialisiert. Howells Ansatz, Liquiditätszyklen als Frühindikator für Marktentwicklungen zu nutzen, hat ihm in der Finanzbranche einen Namen gemacht. Seine Warnungen sollten Anleger zumindest als Anlass nehmen, die eigene Risikopositionierung kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.


