Glencore: Energiehandel-Gewinn steigt durch Iran-Krieg um das 66-Fache
Der Rohstoffriese profitiert massiv von den Marktturbulenzen – und steht damit nicht allein unter den großen Händlern.

Glencore hat im ersten Halbjahr 2026 im Energiehandel einen spektakulären Gewinnanstieg verzeichnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) aus dem Handelsgeschäft kletterte auf 2,66 Milliarden US-Dollar – nach lediglich 40 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg um das 66-Fache innerhalb eines einzigen Jahres.
Auslöser dieser außergewöhnlichen Entwicklung sind die massiven Marktturbulenzen, die der Krieg gegen den Iran ausgelöst hat. Glencore reiht sich damit in eine Gruppe großer Rohstoffhändler ein, die von den Verwerfungen an den globalen Energiemärkten profitieren. Kriege und geopolitische Krisen führen historisch gesehen zu erhöhter Preisvolatilität – genau das Umfeld, in dem erfahrene Handelshäuser wie Glencore ihre Stärken ausspielen können.
Geopolitik als Renditetreiber
Der Rohstoffhandel lebt von Preisunterschieden und Volatilität. In ruhigen Marktphasen sind die Margen für Handelshäuser oft gering, da Preise vorhersehbar und Arbitragemöglichkeiten begrenzt sind. Geopolitische Schocks wie der Iran-Krieg verändern Handelsströme abrupt, schaffen Engpässe und eröffnen damit lukrative Handelsgelegenheiten für gut positionierte Akteure.
Glencore ist einer der weltgrößten Rohstoffhändler und -produzenten mit Sitz in Baar, Schweiz. Das Unternehmen ist sowohl im Handel als auch in der Förderung von Rohstoffen wie Kohle, Kupfer, Kobalt und Öl tätig. Die Handelssparte gilt traditionell als wichtiger Ergebnispuffer, der auch in schwierigen Produktionsphasen stabile Einnahmen liefern kann.
Trump kritisiert Ölkonzerne
Parallel zu Glencores Rekordergebnis sorgt die politische Debatte in den USA für Aufmerksamkeit. US-Präsident Donald Trump warf den Ölkonzernen ExxonMobil und Chevron am Montag vor, „zu viel Geld" zu verdienen. Diese Kritik fällt in eine Zeit, in der hohe Energiepreise infolge des Iran-Konflikts die Gewinne der gesamten Branche – von Produzenten bis hin zu Händlern – in die Höhe treiben.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist die Entwicklung bei Glencore aus mehreren Gründen relevant. Einerseits verdeutlicht sie, wie stark geopolitische Ereignisse die Ergebnisse von Rohstoffunternehmen beeinflussen können. Andererseits zeigt sie, dass nicht nur Ölproduzenten, sondern auch reine Handelshäuser in Krisenzeiten überproportional profitieren können.
Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 wurden von Glencore am Mittwoch, dem 5. August, veröffentlicht. Ob das Unternehmen dieses außergewöhnliche Ergebnisniveau auch in der zweiten Jahreshälfte halten kann, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Konflikts und der damit verbundenen Marktvolatilität ab.


