Gleichgewichteter S&P 500 schlägt Nasdaq-100 im Juli deutlich
Eine heftige Momentum-Umkehr am US-Aktienmarkt sorgte im Juli für Turbulenzen – besonders Chip-Aktien gerieten unter Druck.

Der Juli 2026 war für Tech-Investoren kein einfacher Monat. Eine heftige Umkehr des sogenannten Momentum-Trades am US-Aktienmarkt sorgte für erhebliche Turbulenzen unter der Oberfläche wichtiger Indizes – allen voran beim technologielastigen Nasdaq-100. Während Chip-Aktien besonders stark unter Druck gerieten, zeigte sich ein anderes Bild bei einer weniger beachteten Variante des bekanntesten Börsenbarometers der Welt.
Der gleichgewichtete S&P 500 beendete den Juli mit einem soliden Plus und erzielte dabei laut Dow Jones Market Data eine monatliche Rekord-Outperformance gegenüber einem populären börsengehandelten Indexfonds. Die zugrundeliegenden Daten reichen dabei bis ins Jahr 2003 zurück – die Überlegenheit der gleichgewichteten Variante gegenüber dem klassischen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Index war demnach so ausgeprägt wie noch nie in diesem Zeitraum.
Was steckt hinter dem gleichgewichteten Ansatz?
Der Invesco S&P 500 Equal Weight ETF (Ticker: RSP) bildet den S&P 500 ab, gewichtet dabei jedoch jede der 500 enthaltenen Aktien gleich – unabhängig von ihrer Marktkapitalisierung. Das ist ein entscheidender Unterschied zum klassischen S&P 500, in dem Schwergewichte wie Apple, Microsoft oder Nvidia einen überproportional großen Einfluss auf die Indexentwicklung haben. Wer also auf den gleichgewichteten Index setzt, reduziert automatisch seine Abhängigkeit von den größten Tech-Konzernen.
Genau dieser Mechanismus erwies sich im Juli als Vorteil. Da Chip-Aktien und andere Technologiewerte im Zuge der Korrektur beim KI-Handel deutlich nachgaben, litt der klassische, kapitalgewichtete S&P 500 stärker als seine gleichgewichtete Variante. Letztere profitierte davon, dass auch kleinere und mittelgroße Unternehmen aus anderen Sektoren im Index vertreten sind und deren Entwicklung stärker ins Gewicht fällt.
KI-Handel im Fokus: Bleibt die Volatilität im August?
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Zur AktienanalyseDie entscheidende Frage für Anleger lautet nun, ob die Volatilität rund um den KI-Handel auch im August anhält. Tech-Aktien taten sich im Juli schwer, und die Korrektur bei Halbleiterwerten hat gezeigt, wie anfällig stark konzentrierte Indizes für Stimmungsumschwünge sein können. Für deutsche Privatanleger, die über ETFs in den US-Markt investieren, ist dies ein wichtiger Hinweis: Die Wahl des richtigen Index-Ansatzes kann in volatilen Phasen einen erheblichen Unterschied machen.
Der Juli hat einmal mehr verdeutlicht, dass Marktbreite und Diversifikation in turbulenten Börsenphasen entscheidend sein können. Während der klassische S&P 500 und der Nasdaq-100 durch ihre Konzentration auf wenige Mega-Cap-Technologiewerte in Korrekturphasen besonders verwundbar sind, bietet der gleichgewichtete Ansatz eine natürliche Absicherung gegen solche Konzentrationsrisiken. Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt abzuwarten – die Entwicklung des KI-Sektors dürfte dabei eine Schlüsselrolle spielen.


