GfK-Umfrage: Britisches Verbrauchervertrauen stagniert bei -23 Punkten
Im Juni bleibt das Konsumklima in Großbritannien stabil, doch jüngere Verbraucher zeigen sich zunehmend pessimistisch.

Das britische Verbrauchervertrauen hat sich im Juni nicht verbessert. Der monatliche Konsumklimaindex der GfK verharrte bei -23 Punkten – identisch mit dem Wert aus dem Vormonat Mai. Ökonomen hatten in einer Reuters-Umfrage im Median einen leichten Rückgang auf -24 Punkte erwartet, sodass das Ergebnis minimal über den Prognosen lag.
Trotz der scheinbaren Stabilität warnt GfK-Experte Neil Bellamy vor einer trügerischen Ruhe: „Die Stagnation des Hauptindex ist irreführend, da es unter der Oberfläche neue Anzeichen für ein schwindendes Vertrauen gibt." Die Umfrage basierte auf 2.003 Antworten, die zwischen dem 29. Mai und dem 10. Juni erhoben wurden.
Junge Briten besonders pessimistisch
Besonders auffällig ist die Stimmungsverschlechterung bei der jüngsten Altersgruppe. Das Vertrauen der 16- bis 29-Jährigen sank um 11 Punkte auf -2 – der schwächste Wert seit zwei Jahren. Dieser deutliche Einbruch bei jungen Erwachsenen deutet auf wachsende Sorgen über politische Unsicherheit und die eigene wirtschaftliche Zukunft hin.
Auch die Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage trübte sich ein. Die Bewertung der vergangenen 12 Monate fiel um drei Punkte auf -10, während die Erwartungen für das kommende Jahr unverändert bei -2 verharrten. Die Anschaffungsneigung blieb mit -20 Punkten ebenfalls auf dem gemeinsamen Tiefststand seit Januar 2025.
Gemischtes Bild bei der Wirtschaftslage
Bei der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Die Bewertung der vergangenen 12 Monate sank um zwei Punkte auf -49 – ein deutlich negativer Wert, der die anhaltende Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Entwicklung widerspiegelt. Der Ausblick auf die kommenden 12 Monate stieg hingegen um zwei Punkte auf -36, was auf eine leicht wachsende Zuversicht für die Zukunft hindeutet.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter ist die britische Konsumstimmung ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung des Vereinigten Königreichs. Großbritannien ist einer der bedeutendsten Handelspartner Deutschlands, und eine anhaltend schwache Verbrauchernachfrage auf der Insel kann sich auf exportorientierte europäische Unternehmen auswirken. Die GfK-Daten liefern damit nicht nur ein Stimmungsbild für britische Haushalte, sondern sind auch für die gesamteuropäische Konjunkturbeobachtung relevant.
Die Kombination aus stagnierendem Gesamtindex, einbrechender Jugendstimmung und schwacher Kaufbereitschaft zeichnet das Bild einer Bevölkerung, die sich auf härtere Zeiten vorbereitet – auch wenn die Erwartungen für die kommenden Monate leicht optimistischer ausfallen als die Rückschau auf das vergangene Jahr.


