Gewitter legen Hunderte Flüge in London lahm
Über 900 Flüge an Heathrow und Gatwick verspäten sich bis zu 11 Stunden – Störungen sollen bis Sonntag andauern.

Schwere Gewitter haben am Samstag den Flugbetrieb an den beiden größten Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick massiv beeinträchtigt. Laut dem Tracking-Dienst FlightAware verspäteten sich mehr als 900 An- und Abflüge an beiden Drehkreuzen um bis zu elf Stunden. Dutzende Flüge wurden vollständig gestrichen.
Die britische Flugsicherungsbehörde NATS (National Air Traffic Services) erklärte, dass Flugzeuge aufgrund der widrigen Wetterbedingungen „betroffene Gebiete meiden und größere Abstände einhalten" müssten. Dies schränke die Anzahl der sicher durchführbaren Flüge erheblich ein. Die Störungen sollten laut NATS den „Rest des Samstags und über Nacht" anhalten.
Konkret verspäteten sich am Samstag mehr als 474 Flüge in Heathrow sowie weitere 439 Flüge in Gatwick. Auf der Ankunftstafel in Heathrow war beispielsweise ein British-Airways-Flug aus Santiago de Chile zu sehen, der ursprünglich um 10:00 Uhr BST landen sollte – die neue Ankunftszeit wurde auf 21:00 Uhr verschoben, eine Verspätung von elf Stunden.
Gewitterfront zwischen Südostengland und Nordwesteuropa
Karten der europäischen Luftfahrtbehörde Eurocontrol zeigten die schwersten Beeinträchtigungen im Luftraum zwischen Südostengland und Nordwesteuropa, wo sich die Gewitterwolken konzentrierten. Andere britische Flughäfen blieben laut Berichten weitgehend unberührt. Eurocontrol warnte zudem vor weiterer Gewitterbildung in einem „weiten Gebiet mit heißer, instabiler Luft", das sich von Nordspanien bis Südschweden erstreckt – allerdings mit „großer Unsicherheit" darüber, wann und wo diese genau auftreten würden.
Die Gewitter entwickelten sich im Anschluss an eine rekordverdächtige Hitzewelle. Am Freitag wurde in Suffolk mit 37,3 °C der heißeste jemals gemessene Juni-Wert im Vereinigten Königreich registriert. Solche extremen Temperaturen begünstigen die Bildung von Gewitterzellen, die den Luftraum für den Flugverkehr gefährlich machen können.
NATS teilte in einer aktualisierten Erklärung am Samstagnachmittag mit: „Schwere Gewitter im Südosten Englands und in Europa beeinträchtigen weiterhin den Flugbetrieb, und es wird erwartet, dass dies für den Rest des Tages und über Nacht so bleibt." Die Behörde fügte hinzu, dass die Prognose für den britischen Luftraum am Sonntag grundsätzlich besser aussehe, jedoch weitere Gewitter in Europa vorhergesagt seien, was Auswirkungen auf Flugrouten über den Kontinent haben könnte.
Passagiere stundenlang ohne Entschädigung festgehalten
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Zur AktienanalyseBesonders frustriert zeigte sich der 29-jährige Passagier Adam Joseph, der gegenüber BBC News berichtete, am Flughafen Venedig ohne Klimaanlage festzusitzen. Sein Flug nach Gatwick hatte sich um mindestens vier Stunden verzögert, und das Flugzeug hatte London für den Hinflug noch gar nicht verlassen. „Wir hätten noch drei bis vier Stunden länger im Hotel bleiben können", sagte Joseph.
Besonders ärgerlich für ihn: „Uns wird außerdem gesagt, dass wir selbst bei einer Verspätung von mehr als vier Stunden aufgrund einer Beschränkung der Flugsicherung keinen Anspruch auf Entschädigung haben werden." Er beklagte zudem fehlende Kommunikation seitens British Airways. Die Airline entschuldigte sich und erklärte, aufgrund der Flugsicherungsbeschränkungen durch widrige Wetterbedingungen Anpassungen am Flugplan vornehmen zu müssen.
Ein weiterer Betroffener war Easyjet-Passagier Will Poole, der seinen Urlaub auf der griechischen Insel Skiathos stornierte, nachdem sein Flug von Gatwick gestrichen und nach Bristol verlegt worden war. Sowohl Gatwick als auch Heathrow rieten allen Reisenden, den Status ihrer Flüge vor Reiseantritt direkt bei den jeweiligen Fluggesellschaften zu überprüfen.


