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Gewinnrückgang und steigende Kosten belasten ING Deutschland

Geringerer Zinsüberschuss und hohe Risikovorsorge führen zu Einbußen

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Gewinnrückgang und steigende Kosten belasten ING Deutschland

Die ING Deutschland verzeichnete im dritten Quartal einen erneuten Rückgang des Vorsteuergewinns. Von Juli bis September fiel dieser um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 475 Millionen Euro. Diese Entwicklung reiht sich in den negativen Trend der ersten beiden Quartale ein, wodurch der Vorsteuergewinn der Bank in den ersten neun Monaten des Jahres auf 1,46 Milliarden Euro sank – etwa 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein wesentlicher Faktor für diesen Rückgang ist der geringere Zinsüberschuss, der in Deutschland um sechs Prozent auf 822 Millionen Euro fiel. Der Zinsüberschuss bezeichnet die Differenz zwischen den von der Bank eingenommenen und den an Kunden weitergereichten Zinsen.

Neben dem niedrigeren Zinsüberschuss belasten auch gestiegene Kosten das Ergebnis der Bank. Diese Kosten stiegen um neun Prozent auf 381 Millionen Euro, was laut Angaben des Mutterkonzerns vor allem auf erhöhte Personalausgaben zurückzuführen ist. Zum Ende des dritten Quartals beschäftigte die ING Deutschland 6.713 Mitarbeiter, 277 mehr als im Vorjahr. Zusätzlich führte die Bank Investitionen in das Wachstum und die Digitalisierung zu einem Anstieg der Kosten. So sollen die internen Prozesse bis Ende 2025 zu 85 Prozent digitalisiert sein. Bereits jetzt beträgt der Digitalisierungsgrad 71 Prozent. Diese Maßnahmen sind Teil eines dreijährigen Programms, für das 30 Millionen Euro in die Digitalisierung des Operations-Bereichs investiert wurden.

Die Bank musste im dritten Quartal außerdem 53 Millionen Euro für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen, 13 Millionen Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zu den ausfallgefährdeten Krediten zählen jene, bei denen die Rückzahlung durch den Kreditnehmer unsicher ist. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen bleibt das Privatkundengeschäft eine zentrale Einnahmequelle. Es erzielte einen Vorsteuergewinn von 375 Millionen Euro, was jedoch einem Rückgang von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Gegensatz dazu erzielte die Firmenkundensparte mit 100 Millionen Euro elf Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Auch bei den Einlagen verzeichnete die ING Deutschland einen Rückgang. Von Juli bis September kam es zu Mittelabflüssen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, was der Mutterkonzern mit dem Ende einer speziellen Zinskampagne begründete. Anfang des Jahres startete die Bank eine Aktion für das Extra-Konto, bei der Kunden für neue Einlagen bis zu einem bestimmten Betrag sechs Monate lang einen Zinssatz von 3,3 Prozent erhielten. Während diese Aktion für Bestandskunden im August endete, gilt sie für Neukunden weiterhin für vier Monate ab Kontoeröffnung. Die ING Deutschland bleibt dennoch die größte Direktbank des Landes und verzeichnet weiterhin ein Wachstum der Kundenzahlen mit einem Ziel von zehn Millionen Kunden bis 2025.

Bankensektor INGDeutschlandFinanzenGewinneinbruch

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