Gewinne von Shell und Equinor übertreffen Prognosen
Energiekonzerne trotzen niedrigen Preisen: Steigende Gewinne dank Trading-Aktivitäten und Sparmaßnahmen

Die Energiegiganten Shell und Equinor haben ihre Gewinnerwartungen für das erste Quartal übertroffen. Beide Unternehmen haben die Hebelwirkung ihrer Handelsabteilungen genutzt, um niedrigere Öl- und Gaspreise auszugleichen. Der Trend wird in der Branche fortgesetzt, nachdem Exxon Mobil, Chevron und BP in der vergangenen Woche ebenfalls besser als erwartete Ergebnisse verzeichnet haben. Shell und Equinor halten ihre Dividenden und Aktienrückkäufe stabil, im Gegensatz zu BP, dessen Aktienkurs am Dienstag eingebrochen ist, nachdem das Unternehmen bekannt gab, dass der Aktienrückkauf im Vergleich zum Vorquartal kleiner sein würde.
Handelsgeschäfte helfen Unternehmen dabei, die Volatilität der Öl-, Gas- und Strompreise durch den Kauf und Verkauf von Rohstoffen abzufedern und gleichzeitig Finanzinstrumente einzusetzen, um Handelspositionen abzusichern und auf Preisänderungen zu wetten. Obwohl die durchschnittlichen Verkaufspreise für Gas und Öl in Europa im ersten Quartal gesunken sind, hat Equinor einen Gewinnanstieg von 139% im Chemie- und Raffineriegeschäft verzeichnet, was hauptsächlich auf bessere Handelsergebnisse und niedrigere Betriebskosten zurückzuführen ist. Infolgedessen übertraf das norwegische Unternehmen die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn von 12 Milliarden Dollar im ersten Quartal.
Auch Shell hat die Gewinnerwartungen übertroffen und berichtete von einem bereinigten Gesamtgewinn von 9,65 Milliarden Dollar im ersten Quartal, was die Erwartungen des Unternehmens von 8 Milliarden Dollar übertrifft. Trotz des 18%igen Rückgangs des integrierten Gasgeschäfts aufgrund niedrigerer Gaspreise konnte das Unternehmen den Rückgang durch eine 139%ige Gewinnsteigerung in der Chemie- und Raffinerieabteilung ausgleichen. Die Aktien von Shell und Equinor stiegen infolgedessen um 2,1% bzw. 2,7%, während der europäische Index für Öl- und Gasunternehmen um rund 1% stieg.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseExperten warnen jedoch davor, dass der Erfolg der Handelsabteilungen kein Garant dafür sei, dass traditionelle Öl- und Gasunternehmen wie Shell und Equinor ihre Marktanteile zurückgewinnen können. Chinesische Unternehmen haben durch staatliche Subventionen und vertikal integrierte Lieferketten immer noch einen Vorteil gegenüber ausländischen Konkurrenten. Dennoch ist die positive Entwicklung in der Branche ein gutes Zeichen für den Energiehandel und könnte dazu beitragen, das Vertrauen der Investoren in die Branche zu stärken.


