Gewerkschaftsboss in Venezuela schimpft gegen Maduro
Die Ölgewerkschaft sieht sich der Gängelung der Regierung ausgesetzt.

Ein hochrangiger Vertreter der venezolanischen Ölarbeitergewerkschaft hat die Regierung der politischen Verfolgung beschuldigt, berichtet die AFP unter Berufung auf ein Interview mit dem Beamten, der Venezuela inzwischen verlassen hat. "Die Idee ist, die Ölgewerkschaftsbewegung mit Gewalt zu neutralisieren", sagte Ivan Freites, Direktor der Föderation der venezolanischen Ölarbeiter, gegenüber Esteban Rojas von AFP. Laut Freites und anderen Quellen nimmt das Maduro-Regime die Gewerkschaftsführer ins Visier, um seine Verantwortung für die Krise zu verschleiern, die die lebenswichtige Ölindustrie des Landes heimsucht. Anfang dieses Monats beschuldigte Maduro die CIA und die U.S. National Security Agency, Hunderte von Mitarbeitern der Ölindustrie korrumpiert zu haben, darunter auch den ehemaligen Energieminister und Vertreter Venezuelas bei der UNO, Rafael Ramirez. "Es gibt Tausende von Fällen der Infiltration in die Ölindustrie durch die US-Botschaft hier in Venezuela. Wenn sie den Chef der Ölindustrie bestochen haben, ihn korrumpiert haben, \[den ehemaligen Energieminister und ehemaligen Vertreter bei der UNO\] Rafael Ramirez weggelockt haben, was können Sie dann über das aktuelle Niveau der Infiltration in die Ölindustrie denken?" sagte Maduro während einer Pressekonferenz, die er auf Twitter veröffentlichte. Im November verhafteten der venezolanische Militärgeheimdienst und der nationale Nachrichtendienst einen aktiven und einen pensionierten Mitarbeiter und beschuldigten letzteren des Terrorismus. Die Verhaftung folgte auf eine Explosion in der Raffinerie Amuay, die eine Kapazität von 645.000 bpd hat. Maduro behauptete, die Explosion sei das Ergebnis eines terroristischen Angriffs. Kritiker des Regimes argumentieren jedoch, dass die Explosion aus einem erfolglosen Versuch resultierte, die Raffinerie als Reaktion auf die schwere Treibstoffknappheit, die Venezuela seit Monaten im Griff hat, wieder in Betrieb zu nehmen. Laut dem AFP-Bericht könnten diese Verhaftungen Teil des harten Vorgehens gegen Dissidenten aus der Ölindustrie sein, die wahrscheinlich zahlreich sind, nachdem die Regierung einen Tarifvertrag mit den Ölarbeitern nicht erneuert hat, der ihre Rechte und Arbeitsbedingungen schützt.
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