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Gewerkschaften schmieden Allianz im Luftverkehr

Gemeinsames Vorgehen soll Stärke sichern und auf Lufthansa-Krise reagieren

Gewerkschaften schmieden Allianz im Luftverkehr

In der deutschen Luftfahrtbranche formiert sich eine neue Allianz der Beschäftigtenvertreter. Drei Fachgewerkschaften schließen sich unter dem Namen „We are Aviation“ zusammen, um künftig mit einer gemeinsamen Stimme aufzutreten. Die Arbeitnehmerorganisation Agil für das Bodenpersonal, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation Ufo für das Kabinenpersonal sowie die Vereinigung Cockpit (VC) der Piloten wollen ihre Kräfte bündeln. Hintergrund sind tiefgreifende Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist – allen voran die angespannte Lage bei der Lufthansa.

Ziel der Allianz ist es nach Angaben der Gewerkschaften, die Zusammenarbeit zu verstärken und zentrale Themen gemeinsam anzugehen. VC-Präsident Andreas Pinheiro betonte die Bedeutung aller Beschäftigtengruppen für den Flugbetrieb. Ohne Piloten, Kabinen- und Bodenpersonal könne kein Flugzeug starten, deshalb sei ein enger Schulterschluss notwendig. Ufo-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger verwies auf die großen Veränderungen im Luftverkehr und bezeichnete Bündnisse als wichtiger denn je, um zukunftsfähige Strukturen und gute Arbeitsbedingungen zu sichern. Agil-Chef Thorsten Beißner nannte als gemeinsame Schwerpunkte unter anderem Tarifflucht, die Zersplitterung durch neue Betriebsgesellschaften, den Respekt vor Fachgewerkschaften, Personalmangel, steigende Belastung sowie Sicherheitsfragen.

Ein zentraler Treiber des Zusammenschlusses ist die Lage bei der Lufthansa Group. Der Konzern kämpft mit hohen Kosten und hinkt beim Wiederaufbau des Flugangebots sowie der Produktivität weiterhin hinter anderen europäischen Airlines her. Die Kernmarke Lufthansa Airlines verzeichnete zuletzt sogar Verluste. Nach Informationen von Insidern plant das Unternehmen ein umfangreiches Sparprogramm in der Verwaltung. Bis zu 20 Prozent der Stellen könnten über mehrere Jahre hinweg wegfallen, betroffen wären Schätzungen zufolge rund 3.000 bis 4.000 Arbeitsplätze. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht, doch Vorstandschef Carsten Spohr will beim Capital Markets Day des Unternehmens in Kürze neue Mittelfristziele vorstellen.

Parallel setzt Lufthansa auf den Ausbau ihrer Billigableger City Airlines und Discover Airlines. Beide Gesellschaften wurden gegründet, um Flüge mit niedrigeren Personalkosten anzubieten. Bei City Airlines existiert bisher kein Tarifvertrag. Diese Strategie verschärft die Konkurrenz unter den Gewerkschaften, da kleinere Berufsvertretungen und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di um Einfluss im Konzern ringen. Die neue Allianz der drei Fachgewerkschaften will in dieser Gemengelage geschlossen auftreten, ohne jedoch ihre tarifpolitische Eigenständigkeit aufzugeben. Tarifverhandlungen sollen weiterhin getrennt geführt werden, während man bei übergeordneten Themen die strategische Zusammenarbeit vertieft.

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