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Getränkedosen erleben deutlichen Verkaufsboom

Energydrinks und junge Zielgruppen treiben Nachfrage trotz Umweltkritik und kontroverser Pfandsysteme stark voran

Getränkedosen erleben deutlichen Verkaufsboom

Immer mehr Verbraucher entscheiden sich beim Kauf alkoholfreier Getränke für Getränkedosen. Innerhalb von nur fünf Jahren ist das Gesamtvolumen der verkauften Getränkedosen im deutschen Einzelhandel um rund 47 Prozent auf über eine Million Tonnen gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktanalyse des Forschungsunternehmens NIQ. Der Erhebung zufolge erfasst diese Entwicklung ausschließlich Verkäufe in Lebensmittelgeschäften, Drogeriemärkten, Tankstellen und Getränkefachmärkten. Kioske wurden in der Studie nicht berücksichtigt.

Zu den beliebtesten Getränken, die bevorzugt in Dosen gekauft werden, zählen Erfrischungsgetränke wie Cola, Limonaden, Saftschorlen, Eistees sowie insbesondere Energydrinks. Vor allem letztere tragen maßgeblich zum Wachstum der Umsätze bei. Die Händler konnten zwischen Februar 2020 und Februar 2025 ihre Umsätze mit Getränkedosen deutlich steigern, nämlich um etwa zwei Drittel auf insgesamt 3,23 Milliarden Euro. Besonders auffällig ist dabei der Anteil der Energydrinks: Sie machen inzwischen über 70 Prozent der gesamten Umsätze mit Softdrinks in Dosen aus.

Ein wesentlicher Grund für den aktuellen Boom bei Getränkedosen liegt laut NIQ-Expertin Petra Ossendorf darin, dass vor allem jüngere Menschen die Verpackungsform bevorzugen. Ossendorf führt dies darauf zurück, dass Dosen unkompliziert unterwegs konsumiert werden können und gegenüber alternativen Verpackungen wie PET-Flaschen inzwischen praktischer erscheinen. Als zusätzlichen Aspekt erwähnt sie, dass insbesondere die Einführung fester, am Flaschenhals befestigter Deckel bei PET-Flaschen als unbequem empfunden werde, sodass Getränkedosen zunehmend als attraktive Alternative wahrgenommen werden.

Auch Marketing und Social-Media-Kampagnen haben den Absatz von Getränkedosen verstärkt. Viele Hersteller reagieren darauf und erweitern gezielt ihre Produktpalette um Getränkedosen, um insbesondere die jüngere Zielgruppe anzusprechen. Der Trend scheint trotz anhaltender Kritik stabil zu bleiben, obwohl Getränkedosen aufgrund ihrer Umweltauswirkungen bereits seit längerem umstritten sind.

Seit Einführung des Dosenpfands im Jahr 2003 war zunächst ein starker Rückgang beim Verkauf von Dosengetränken zu verzeichnen. Mit der Einführung eines einheitlichen Pfandsystems im Jahr 2006 stiegen die Verkaufszahlen jedoch wieder kontinuierlich an. Trotz Kritik von Umweltschutzorganisationen am energieintensiven Herstellungsverfahren des Aluminiums hält die Industrie die Umweltbilanz der Dose inzwischen für akzeptabel, da Aluminium gut recycelbar sei.

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