Getir zieht sich aus Deutschland zurück
Auswirkungen auf den deutschen Lebensmittel-Lieferdienstmarkt und die betroffenen Mitarbeiter

Der türkische Lebensmittel-Lieferdienst Getir hat angekündigt, sich vollständig vom deutschen Markt zurückzuziehen und den Fokus stattdessen auf sein Heimatland Türkei zu legen. Diese Entscheidung bedeutet auch das Ende des verbleibenden Auslandsgeschäfts des Unternehmens. Die Rückzugspläne wurden von Hunderten von Fahrern betroffen, die nun ihre Arbeitsplätze verlieren.
Getir, das sich in den letzten Jahren trotz des Booms von Bringdiensten während der Corona-Pandemie hohen Verlusten gegenübersah, sieht in der Türkei das größte Potenzial für langfristiges und nachhaltiges Wachstum. Die Geschäfte des Unternehmens in Großbritannien, den Niederlanden und den USA werden ebenfalls eingestellt. Lediglich sieben Prozent des Gesamtumsatzes wurden außerhalb der Türkei erzielt.
Die Ankündigung des Rückzugs kommt inmitten von Spekulationen über die Zukunft von Getir und wurde von einem Teilnehmer einer internen Telefonkonferenz bestätigt, der von Entlassungen in großem Stil sprach. Es wird geschätzt, dass zwischen 1.200 und 1.300 Personen in Deutschland von den bevorstehenden Stellenstreichungen betroffen sein werden. Obwohl das Unternehmen keine Details zu den bevorstehenden Entlassungen bekannt gab, deutet die Ankündigung einer weiteren Kapitalspritze der Großaktionäre Mubadala und G Squared darauf hin, dass eine Umstrukturierung bevorsteht.
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Zur AktienanalyseDie Entscheidung von Getir, den deutschen Markt zu verlassen, ist Teil einer größeren Strategie, die das Unternehmen bereits im Sommer 2023 begann, als es seinen Rückzug aus Spanien, Portugal und Italien verkündete. Damals hatte Getir erklärt, sich vor allem auf das Geschäft in Europa, insbesondere Deutschland, konzentrieren zu wollen. Der Rückzug aus Deutschland markiert jedoch einen weiteren Rückschlag für das Unternehmen, das mit einem Rückgang der Nachfrage und steigenden Kosten zu kämpfen hat.


