ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Geschlechterkluft im Ingenieurwesen: Europas Arbeitgeber suchen Lösungen

Europäische Unternehmen kämpfen gegen den eklatanten Frauenmangel im Ingenieurwesen – mit persönlichen Geschichten wie der von Rebecca Reynolds.

Geschlechterkluft im Ingenieurwesen: Europas Arbeitgeber suchen Lösungen

Frauen sind im Ingenieurwesen nach wie vor stark unterrepräsentiert – und europäische Arbeitgeber suchen zunehmend nach Wegen, diese Lücke zu schließen. Das zeigt ein aktueller Bericht der Financial Times, der persönliche Karrierewege und strukturelle Hürden beleuchtet, die Frauen in technischen Berufen begegnen.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Rebecca Reynolds. Als Leiterin der Abteilung für Tunnelbau und Geotechnik für Europa beim wissenschaftsbasierten Beratungsunternehmen Jacobs hat sie Teams bei einigen der weltweit größten Bauprojekte geführt. Dazu zählen die kalifornische Hochgeschwindigkeitsstrecke sowie der Thames Tideway Tunnel in London – Großprojekte, die höchste fachliche Kompetenz erfordern.

Dabei wäre Reynolds' Karriere beinahe gar nicht erst zustande gekommen. Ein Lehrer hatte ihr einst mitgeteilt, dass „Mädchen kein Physik-A-Level belegen" – eine Aussage, die exemplarisch für die tief verwurzelten Vorurteile steht, mit denen Frauen in technischen Fächern konfrontiert werden. Es war ihre Mutter, die entschieden dagegenhielt und der Schule klarmachte, dass ihre Tochter Physik „zu 100 Prozent belegen würde".

Vorurteile als strukturelles Problem

Reynolds' Geschichte ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für ein systemisches Problem im europäischen Bildungs- und Arbeitsmarkt. Mädchen und junge Frauen werden häufig bereits in der Schulzeit von technischen und naturwissenschaftlichen Fächern ferngehalten – sei es durch direkte Aussagen von Lehrpersonen oder durch subtile gesellschaftliche Erwartungen.

Die Folgen sind auf dem Arbeitsmarkt deutlich spürbar: Ingenieurberufe gelten in vielen europäischen Ländern nach wie vor als männlich dominiert. Unternehmen wie Jacobs, die aktiv auf Diversität setzen, sind noch immer eher die Ausnahme als die Regel.

Für deutsche Leser ist das Thema besonders relevant. Deutschland kämpft seit Jahren mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel im Ingenieurwesen. Gleichzeitig bleibt das Potenzial weiblicher Fachkräfte in diesem Bereich weitgehend ungenutzt. Verbände und Unternehmen diskutieren zunehmend, wie Frauen gezielter für technische Berufe gewonnen werden können.

Karrierewege trotz Widerständen

Das Beispiel von Rebecca Reynolds zeigt, dass Frauen in technischen Berufen nicht nur erfolgreich sein können, sondern auch Führungspositionen bei international bedeutenden Projekten übernehmen. Ihre Karriere als Ingenieurgeologin bei Jacobs beweist, welches Potenzial verloren geht, wenn Frauen bereits in der Schule von technischen Fächern abgehalten werden.

Die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit im Ingenieurwesen ist damit nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Angesichts des wachsenden Bedarfs an qualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren in Europa können es sich Unternehmen schlicht nicht leisten, die Hälfte des Talentpools zu ignorieren.

Frauen Im IngenieurwesenGeschlechterkluft IngenieurwesenDiversität TechnikJacobs Rebecca ReynoldsFachkräftemangel IngenieureMint FrauenIngenieurgeologie Karriere

Disclaimer