Geringer LNG-Anteil an deutschen Gasimporten
Herausforderungen und Chancen der LNG-Infrastruktur für Deutschlands Energieversorgung und Umwelt

Die deutsche Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge in den Aufbau einer neuen LNG-Infrastruktur investiert, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von russischen Gasimporten zu reduzieren. Trotz dieser Investitionen bleibt der Anteil von LNG (verflüssigtes Erdgas) an den deutschen Gasimporten jedoch weiterhin gering. Laut Daten der Bundesnetzagentur wurden seit der Eröffnung des ersten deutschen LNG-Terminals in Wilhelmshaven vor einem Jahr etwa 65,7 Terawattstunden LNG importiert. Insgesamt summierten sich die Gasimporte Deutschlands in dieser Zeit auf 933,4 Terawattstunden, was bedeutet, dass der LNG-Anteil lediglich sieben Prozent ausmacht. Dies liegt deutlich unter den Erwartungen der Bundesregierung, die für dieses Jahr LNG-Importkapazitäten von 13,5 Milliarden Kubikmetern Gas prognostiziert hatte, was mehr als 130 Terawattstunden entspricht.
Die Ampelkoalition hatte die Förderung von LNG-Importen vorangetrieben, um die nationale Energieversorgung zu sichern und möglichen Gasmangellagen vorzubeugen. Kerstin Andreae, die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), betonte die Bedeutung der LNG-Terminals für eine unabhängige und sichere Energieversorgung in Deutschland. Obwohl derzeit noch günstiges Pipeline-Gas verfügbar ist, bleibt die Lage auf den Energiemärkten angespannt, und die LNG-Terminals spielen eine wichtige Rolle in der Risikominimierung, insbesondere angesichts der Erfahrungen mit drohenden Gasmangellagen im vergangenen Winter.
Aktuell ist die Wahrscheinlichkeit einer Gasmangellage in Deutschland im Winter gering, wie verschiedene Szenarien der Initiative Energien Speichern (INES) zeigen. Dies ist auch auf die relativ milden Temperaturen im November zurückzuführen. Vor einem Jahr bestand jedoch erhebliche Sorge in Deutschland, dass ein Lieferstopp Russlands zu Engpässen führen könnte, was insbesondere für die energieintensive Industrie problematisch gewesen wäre.
Das wichtigste LNG-Terminal in Deutschland befindet sich in Wilhelmshaven, das bisher 42,6 Terawattstunden Gas ins Netz eingespeist hat. Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern haben ebenfalls zur LNG-Versorgung beigetragen. Es sind weitere LNG-Terminals in Planung, darunter auch schwimmende Terminals, die 2024 in Wilhelmshaven und auf Rügen eröffnet werden sollen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat jedoch Bedenken geäußert und die Bundesregierung aufgefordert, das geplante LNG-Terminal auf Rügen zu stoppen, da es die Energiewende blockieren und unnötige Kapazitäten für fossile Energie schaffen könnte.
Derzeit bezieht Deutschland den Großteil seines Gases aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Direkte Gasimporte aus Russland sind aufgrund des Ukraine-Konflikts eingestellt worden. Dennoch hat die Menge an aus Russland importiertem LNG in EU-Staaten in den ersten sieben Monaten des Jahres deutlich zugenommen.
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Zur AktienanalyseDer größte Teil des importierten LNG stammt aus den USA, was 84 Prozent der gesamten Importmenge entspricht. Diese Gasquelle ist umstritten, da das Gas durch die umweltschädliche Fracking-Methode gewonnen wird und der Transport sowie die Kühlung des LNG sehr energieintensiv sind. Die USA sind nach Australien und Katar das drittgrößte Exportland von LNG weltweit. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Herkunft der einzelnen Tanker und die genaue Zusammensetzung des transportierten LNG nicht immer eindeutig bestimmbar sind.

