Gerd Kommer's Herausforderung: Der David gegen den ETF-Goliath
Analyse des neuen ETFs und alternative Strategien für kluge Anleger

Gerd Kommer, der renommierte Vermögensverwalter und Buchautor, hat sich in den Ring geworfen, um gegen den Giganten MSCI World anzutreten. Sein "L&G Gerd Kommer Multifactor Equity Ucits ETF" wurde im Juni eingeführt und verfolgt einen einzigartigen Ansatz. Dieser ETF basiert auf einem von Kommer selbst entwickelten Index, der von Solactive berechnet und quartalsweise angepasst wird. Obwohl der ETF mit einem Kapital von etwas über 100 Millionen Euro vergleichsweise klein ist, haben die etablierten MSCI-Indexprodukte einen immensen Vorsprung, mit einem Gesamtkapital von über 200 Milliarden Euro auf dem europäischen Fondsmarkt.
Die Idee hinter dem Gerd-Kommer-ETF ist es, die bekannten Schwächen des MSCI World Index zu korrigieren. Der MSCI World Index ist stark konzentriert auf große Unternehmen aus Industrieländern, insbesondere in den USA, was zu Klumpenrisiken führt. US-Aktien machen mittlerweile mehr als 68 Prozent des Index aus, wobei einzelne Tech-Giganten wie Apple, Microsoft und Amazon einen erheblichen Anteil daran haben. Dieses Ungleichgewicht hat in der Vergangenheit hohe Renditen gebracht, aber Gerd Kommer warnt davor, dass teure Aktien langfristig geringere Renditen bedeuten können.
Um diesen Risiken zu begegnen, hat Kommer seinen ETF anders strukturiert. Er setzt Quotengrenzen für einzelne Aktien und ermöglicht eine breitere Diversifikation, indem er auch Schwellenmärkte und kleinere Unternehmen einschließt. Zudem berücksichtigt er verschiedene Faktoren wie günstige Bewertungen und positive Kursentwicklungen bei der Aktienauswahl. Im Vergleich zum MSCI World Index hat sein ETF eine ausgewogenere Struktur mit mehr Titeln und niedrigeren Bewertungen.
Trotz dieser Bemühungen gibt es Kritik am Gerd-Kommer-ETF. Einige Beobachter sind der Meinung, dass die breite Streuung und die vergleichsweise hohe Jahresgebühr von 0,5 Prozent langfristig zu geringeren Renditen führen könnten. Sie empfehlen stattdessen eine Portfoliostruktur mit mehreren ETFs, die auf verschiedene Regionen und Anlageklassen ausgerichtet sind. Dies ermöglicht eine maßgeschneiderte Anlagestrategie und niedrigere Gebühren.
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Zur AktienanalyseDer ETF-Markt bietet bereits eine Vielzahl von Optionen, die es Anlegern ermöglichen, ihr Portfolio nach ihren Vorlieben zusammenzustellen. Eine solche Baukasten-Lösung kann mit deutlich geringeren Kosten verbunden sein, und die Anleger haben die Flexibilität, ihre Portfolios nach Bedarf anzupassen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Gerd-Kommer-ETF in diesem Wettbewerbsumfeld behaupten wird und ob er in der Lage sein wird, die Erwartungen der Anleger zu erfüllen.


