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Geopolitische Risiken ignoriert: Börsen feiern trotz Krisen

Während weltweit Konflikte eskalieren, erreichen die Aktienmärkte neue Höchststände. Doch ein Szenario könnte die Rally abrupt beenden: Ein möglicher Angriff Chinas auf Taiwan würde die gesamte Halbleiterindustrie lahmlegen.

Geopolitische Risiken ignoriert: Börsen feiern trotz Krisen

Die globalen Aktienmärkte zeigen sich unbeeindruckt von geopolitischen Spannungen. Trotz militärischer Interventionen in Venezuela, US-Ambitionen auf Grönland und erneuten Konflikten im Iran setzen Dow Jones, DAX und Nikkei ihre Rekordjagd fort.

Beeindruckende Rally seit Corona-Tief

Seit dem Börsentief während der Coronapandemie 2020 hat der S&P 500 seinen Wert nahezu verdreifacht. Weder der Ukrainekrieg noch der Nahostkonflikt konnten diese Aufwärtsbewegung stoppen. Die Erklärung ist einfach: Keiner dieser Konflikte hat die Weltwirtschaft nachhaltig beeinträchtigt.

Handelsrouten blieben weitgehend offen, und steigende Rüstungsausgaben wirken sogar konjunkturstimulierend. Aktionäre von Rüstungskonzernen wie Rheinmetall profitieren direkt von dieser Entwicklung. Die alte Börsenweisheit "Politische Börsen haben kurze Beine" bestätigt sich erneut.

Tech-Giganten treiben Weltindex

Der KI-Boom verstärkt die Markteuphorie zusätzlich. Nvidia, Alphabet, Apple und Microsoft investieren massiv in Künstliche Intelligenz und bleiben von geopolitischen Verwerfungen weitgehend verschont. Aufgrund ihrer enormen Marktkapitalisierung bestimmen diese Konzerne maßgeblich die Entwicklung des MSCI World Index.

Taiwan: Das unterschätzte Systemrisiko

Doch ausgerechnet die Techbranche birgt ein explosives Risiko. Taiwan produziert als globales Zentrum der Halbleiterindustrie die wichtigsten Chips der Welt. China beansprucht den Inselstaat für sich, und Experten schließen einen militärischen Angriff in den kommenden Jahren nicht aus.

TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter, sitzt in Taiwan. Das Unternehmen beliefert unter anderem Nvidia, aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt. Ohne TSMC würde die gesamte KI-Chipproduktion zum Erliegen kommen – mit verheerenden Folgen für die Aktienmärkte.

Märkte ignorieren Taiwan-Risiko

Trotz dieser Bedrohung läuft die Börsenparty weiter. TSMC meldete diese Woche erneut starke Geschäftszahlen und erreichte neue Rekordkurse. Solange das Taiwan-Risiko theoretisch bleibt, scheinen Anleger es auszublenden. Doch sollte sich die Lage eskalieren, dürften saftige Kurseinbrüche folgen – besonders bei KI-Aktien, die vollständig von taiwanesischen Chiplieferungen abhängig sind.

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