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Geopolitik und Tech-Korrektur setzen globale Börsen unter Druck

US-Iran-Eskalation, Ölpreisanstieg und massive Verluste bei Halbleiteraktien belasten die Märkte zu Wochenbeginn.

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Geopolitik und Tech-Korrektur setzen globale Börsen unter Druck

Die globalen Finanzmärkte stehen zu Beginn der Woche unter erheblichem Druck. Zwei Faktoren dominieren das Geschehen: eine erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie eine deutliche Korrektur bei Halbleiteraktien, die insbesondere in Asien für starke Kursverluste sorgte.

Nachdem die USA und der Iran am Wochenende erneut Luftschläge ausgetauscht haben, ist die Unsicherheit an den Märkten spürbar gestiegen. Der Iran meldete Angriffe auf US-Einrichtungen in Jordanien, Kuwait, Bahrain und Oman und erklärte die Straße von Hormus für geschlossen. US-Präsident Donald Trump widersprach dieser Darstellung jedoch und betonte, die strategisch wichtige Wasserstraße sei weiterhin für den kommerziellen Verkehr offen.

Das US-Zentralkommando bestätigte zudem eigene Luftschläge gegen 140 Ziele als Reaktion auf einen iranischen Angriff auf ein Containerschiff. Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diese Meerenge täglich. Infolge der Eskalation stiegen die Ölpreise deutlich an: Brent-Rohöl verteuerte sich um über 3,7 Prozent auf rund 78,86 US-Dollar pro Barrel.

Halbleiteraktien im Ausverkauf

Im Zentrum der Marktbewegungen standen erneut Chip-Aktien. Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix verzeichnete nach seinem erfolgreichen Nasdaq-Debüt am Freitag einen Kursrückgang von über 10 Prozent in Seoul. Analysten führen dies auf eine Mischung aus Gewinnmitnahmen und Unsicherheit über die Bewertung der neuen US-Aktien im Verhältnis zum Heimatmarkt zurück.

Auch Samsung Electronics verlor über 6 Prozent, was den südkoreanischen Leitindex Kospi zeitweise um mehr als 7 Prozent einbrechen ließ und Handelsunterbrechungen auslöste. Für deutsche Anleger ist das relevant, da der Halbleitersektor auch hierzulande – etwa über den Ausrüster ASML oder Infineon – ein zentrales Portfoliothema darstellt. Dennoch bleibt die langfristige Einschätzung für den Sektor positiv: Phillip Wool von Rayliant Global Advisors sieht in der Schwäche eher ein „umsichtiges Risikomanagement" als einen Vertrauensverlust in das KI-Thema.

Positive Nachrichten gab es hingegen für LG Electronics. Deren Aktien stiegen um über 5 Prozent, nachdem Berichte über eine Kooperation mit Nvidia beim Bau von KI-Server-Racks bekannt wurden. Dies unterstreicht, dass selektiv weiterhin Gewinner im Tech-Sektor zu finden sind.

Berichtssaison rückt in den Fokus

Investoren richten ihren Blick nun auf die anstehende Quartalsberichtssaison. Analysten erwarten laut FactSet-Daten einen Gewinnanstieg der S&P 500-Unternehmen von über 23 Prozent im Jahresvergleich – ein ambitioniertes Ziel in einem turbulenten Marktumfeld. Im Fokus stehen dabei US-Großbanken wie JPMorgan Chase und Goldman Sachs sowie Technologiewerte wie Netflix.

In Europa wird mit Spannung auf die Zahlen des Halbleiterausrüsters ASML am Mittwoch gewartet. ASML gilt als Schlüsselunternehmen der globalen Chipindustrie und ist für viele deutsche Anleger ein wichtiger Indikator für die Branchenstimmung. In Asien legt TSMC am Donnerstag seine Ergebnisse vor. Raymond James CIO Larry Adam betonte, dass KI-Investitionen trotz moderaterer Ausgaben bei Hyperscalern weiterhin ein zentraler Wachstumstreiber bleiben dürften.

Weitere Meldungen: Nippon Paint und politische Nachrichten aus den USA

Abseits der geopolitischen und technologischen Themen sorgte eine Bloomberg-Meldung für Aufmerksamkeit: Demnach hat der japanische Farbenhersteller Nippon Paint mehrere Angebote für die Dekofarben-Sparte von Akzo Nobel unterbreitet. Das letzte Gebot bewertet die Sparte mit etwa 7,5 Milliarden Euro – ein Deal, der die europäische Farbenbranche erheblich umgestalten würde.

Zusätzlich erschüttert eine politische Nachricht die USA: Der einflussreiche republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren nach einer kurzen, plötzlichen Krankheit verstorben. Sein Büro bestätigte den Tod am Sonntag über die Plattform X. Graham galt als eine der prägenden Figuren der republikanischen Außenpolitik der vergangenen Jahrzehnte.

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