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Geopolitik trifft Konsolidierung: Logistik und Infrastruktur unter Druck

Eskalation im Nahen Osten, russische Ölhäfen unter Beschuss und Poste Italiane greift nach TIM – die globale Logistik steht vor mehreren Fronten.

Geopolitik trifft Konsolidierung: Logistik und Infrastruktur unter Druck

Die globale Logistik- und Infrastrukturbranche navigiert derzeit durch ein Minenfeld aus geopolitischen Risiken und strategischen Unternehmensumbrüchen. Anhaltende Konflikte im Nahen Osten und in Osteuropa belasten Energiepreise und Lieferketten, während europäische Konzerne auf Konsolidierungskurs gehen.

Im Nahen Osten hat die Wiederaufnahme israelischer Luftangriffe im südlichen Gazastreifen die Hoffnungen auf eine dauerhafte Waffenruhe zunichte gemacht. Mindestens sechs Menschen kamen in Chan Junis ums Leben. Seit Oktober 2023 übersteigt die Gesamtzahl der Todesopfer in Gaza mittlerweile 72.000. Für die internationale Schifffahrt bedeutet dies eine anhaltende Risikoprämie auf Energie- und Transportkosten entlang der Mittelmeer- und Nahost-Korridore.

Russische Ölexporte massiv getroffen

Noch gravierender für die globalen Energiemärkte sind ukrainische Drohnenangriffe auf die russischen Häfen Ust-Luga und Primorsk. Diese beiden Häfen wickelten vor den Angriffen rund 45 Prozent der russischen Rohölexporte auf dem Seeweg ab – das entspricht 1,72 Millionen Barrel pro Tag. Brände und Betriebsunterbrechungen treffen Moskaus Staatskasse empfindlich, da steigende Weltmarktpreise den Ausfall kaum kompensieren können. Analysten sprechen von einem Übergang zu industrieller Zermürbung, bei der Energieterminals ebenso strategisch bedeutsam sind wie militärische Stellungen.

Trotz dieser makroökonomischen Verwerfungen zeigen große Off-Price-Einzelhändler wie TJX Companies, Ross Stores und Burlington Stores bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Laut einer Analyse der Bank of America nutzen diese Unternehmen Preiserhöhungen pro Einheit, um den Margendruck durch höhere Logistikkosten abzufedern. Zwar sind die Dieselpreise im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 5,38 US-Dollar je Gallone gestiegen, doch die Seefrachtraten liegen nur 8 Prozent über dem Vorjahr – ein marginaler Anstieg verglichen mit dem 250-Prozent-Sprung von 2021/2022. Für TJX erwarten Analysten lediglich rund 20 Basispunkte Bruttomargendruck, gegenüber 280 Basispunkten auf dem Höhepunkt der Krise 2022.

Poste Italiane greift nach TIM

In Europa sorgt ein ungebetenes Übernahmeangebot für Aufsehen: Poste Italiane hat ein unilaterales Gebot abgegeben, Telecom Italia (TIM) von der Börse zu nehmen. Ziel ist die Schaffung eines „nationalen digitalen Champions

FinanzenMarktbericht

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