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Geopolitik, Rüstung und M&A: Globale Märkte unter Druck

Energiepreise, Drohnen-Milliarden und Firmenübernahmen prägen das globale Marktgeschehen im Juli 2026.

Geopolitik, Rüstung und M&A: Globale Märkte unter Druck

Die globalen Finanzmärkte stehen am 15. Juli 2026 vor einem komplexen Zusammenspiel aus geopolitischer Instabilität, strategischen Rüstungsinvestitionen und bedeutenden Unternehmenstransaktionen. Anleger müssen kurzfristige Belastungen durch steigende Energiekosten gegen langfristige Investitionen in Technologie und kritische Rohstoffe abwägen. Der DAX hält sich dabei knapp über der Marke von 25.000 Punkten.

Besonders die Lage rund um die Straße von Hormus sorgt für Nervosität an den Energiemärkten. US-Präsident Donald Trump drohte, einen 20-prozentigen „Transitgebühr" auf Frachtschiffe zu erheben, die das strategisch wichtige Nadelöhr passieren – angeblich zur Deckung von Sicherheitskosten. Die Folge: Der Brent-Rohölpreis stieg auf rund 87 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 15 Prozent allein in dieser Woche.

Hormus-Krise trifft deutsche Reeder

Internationale Schifffahrtsorganisationen reagieren scharf. Sowohl die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) als auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) bezeichnen die geplanten Gebühren als völkerrechtlich unzulässig. Der VDR meldet, dass derzeit rund 20 Schiffe mit deutschen Verbindungen in der Region feststecken. Ökonom Oliver Holtemöller vom IWH warnt, der eigentliche wirtschaftliche Schaden entstehe durch die „Unsicherheit" selbst, die Investitionsplanungen lähme. Finanzanalysten beschreiben die Lage als ein „Ping-Pong" reaktiver Politik ohne klare Strategie.

Parallel dazu beschleunigen europäische Staaten ihre Investitionen in autonome Systeme und Drohnentechnologie. Angetrieben von den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg und dem Nahen Osten, wo kostengünstige, KI-gesteuerte Drohnen entscheidend waren, hat die NATO ein Investitionsprogramm von 40 Milliarden US-Dollar für Drohnenabwehr über die nächsten fünf Jahre beschlossen.

Deutschland als Schlüsselakteur im Drohnen-Rüstungswettlauf

Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Land gilt als das bislang nicht namentlich genannte NATO-Mitglied hinter einem 90-Millionen-Euro-Auftrag für 50.000 Drohnen, die mit dem Auterion-Betriebssystem ausgestattet sind – einer Technologie, die Zielerfassung selbst unter elektronischer Störung ermöglicht. Das Münchner Rüstungs-Startup Helsing erreichte zuletzt eine Bewertung von 18 Milliarden US-Dollar. McKinsey-Daten zufolge könnten die europäischen Kernverteidigungsausgaben bis 2030 auf 800 Milliarden Euro steigen, um das NATO-Ziel von 3,5 Prozent des BIP zu erfüllen.

Auf der Unternehmensseite sorgt eine mögliche Großübernahme für Aufsehen: Uber Technologies befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Kauf des deutschen Lieferdienstleisters Delivery Hero. Delivery Hero bestätigte die Gespräche, woraufhin der Uber-Aktienkurs nachgab. Der Deal soll Ubers internationales Standbein im Essensliefergeschäft stärken.

DocMorris wächst, Kodi kämpft ums Überleben

Im Pharmahandel meldete die Schweizer Gruppe DocMorris ein Umsatzplus von 15,2 Prozent im zweiten Quartal 2026. Treiber war vor allem ein Anstieg der verschreibungspflichtigen Medikamente in Deutschland um 45,8 Prozent. Das Unternehmen verfolgt eine „KI-First"-Strategie und erwartet, 2026 den EBITDA-Breakeven zu erreichen. Anders sieht es beim deutschen Non-Food-Discounter Kodi aus: Das Unternehmen hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Hohe Energiekosten, Lohndruck und Konkurrenz durch digitale Geschäftsmodelle werden als Hauptgründe genannt. Von den rund 150 Filialen könnten bis zu 50 geschlossen werden – es ist bereits der zweite Sanierungsversuch des Unternehmens.

Im Softwaresektor steht Nagarro unter Beobachtung der BaFin. Die deutsche Finanzaufsicht hat mögliche Fehler in den Jahresabschlüssen des Unternehmens für 2022 beanstandet. Nagarro weist die Vorwürfe zurück und besteht auf der Richtigkeit seiner Berichte.

Rohstoffsektor: Seltene Erden gewinnen an Bedeutung

Im globalen Bergbau- und Rohstoffsektor erreichte die M&A-Aktivität im ersten Halbjahr 2026 ein Volumen von 101,83 Milliarden US-Dollar. Westliche Länder priorisieren die Rückverlagerung der Seltene-Erden-Verarbeitung, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu reduzieren. Ein Schlüsseldeal ist die 1,9-Milliarden-Dollar-Übernahme des deutschen Unternehmens Vacuumschmelze durch Energy Fuels – ein strategisch bedeutsamer Schritt zur Sicherung der NdFeB-Magnetlieferkette für Elektrofahrzeuge und Verteidigungsanwendungen. Seltene Erden machen bereits 9,3 Prozent des gesamten Deal-Volumens im ersten Halbjahr aus.

An den US-Märkten sorgte ein unerwartet niedriger Inflationswert für Optimismus: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause der US-Notenbank Fed im Juli wird mit 83,4 Prozent beziffert. Während große US-Banken starke Quartalsergebnisse vorlegten, brach die IBM-Aktie nach enttäuschenden Zahlen um rekordverdächtige 25 Prozent an einem einzigen Handelstag ein. Für den deutschen Arbeitsmarkt verzeichnet die Wirtschaftswoche einen wachsenden Trend zur internationalen Beschäftigung – ein Phänomen, das sich im Zuge der digitalen Beschleunigung seit der Pandemiezeit zunehmend verstärkt.

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