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Generation Z: Zwei Drittel noch finanziell abhängig von Eltern

Eine neue Studie zeigt, wie verbreitet elterliche Finanzunterstützung bei jungen Erwachsenen ist – und welche Risiken sie birgt.

Generation Z: Zwei Drittel noch finanziell abhängig von Eltern

Etwa 64 Prozent der Eltern mit Kindern der Generation Z – also jungen Erwachsenen zwischen 18 und 28 Jahren – unterstützen ihren Nachwuchs weiterhin finanziell. Das geht aus der Wells Fargo Money Study 2026 hervor, für die Ende letzten Jahres 3.773 Erwachsene in den USA befragt wurden. Die Unterstützung umfasst Geldzahlungen, Wohnraum oder andere Formen der Hilfe.

Besonders bemerkenswert: Mehr als die Hälfte dieser Eltern, nämlich 56 Prozent, gibt an, dass diese finanzielle Unterstützung die eigenen Finanzen belastet. Die Zahlen verdeutlichen, wie weit verbreitet das Phänomen der finanziellen Abhängigkeit junger Erwachsener von ihren Eltern inzwischen ist – auch in westlichen Gesellschaften jenseits des Atlantiks ein bekanntes Thema.

Unterstützung als Plan, nicht als Lebensstil

Die elterliche Hilfe kann viele Formen annehmen. Elena van Stee, Soziologin an der Harvard University mit Schwerpunkt auf Eltern-Kind-Beziehungen, erklärt, dass Eltern manchmal die Mietkosten mit ihrem Kind teilen, das elterliche Auto verkaufen oder Mietzahlungen verlangen – selbst wenn das Kind im Elternhaus wohnt. In manchen Fällen wird die Hilfe daran geknüpft, dass das Kind trotzdem einer Arbeit nachgeht.

Finanzexperte Douglas Boneparth, Mitglied des Financial Advisor Council von CNBC, betont, dass elterliche Unterstützung als „Plan und nicht als Lebensstil" betrachtet werden sollte. Entscheidend sei vor allem, dass die Bedingungen der Unterstützung klar kommuniziert werden. Eltern sollten unmissverständlich darlegen, ob es sich bei ihrer Hilfe um ein Geschenk oder ein Darlehen handelt.

Handelt es sich um ein Darlehen, rät Boneparth, dieses „wie eine echte Finanzvereinbarung" zu behandeln. Dazu gehören klare Absprachen über den Gesamtbetrag, den Zinssatz, den Beginn der Rückzahlung sowie die Höhe und Häufigkeit der Raten. Auch bei einem Geschenk sollten beide Seiten wissen, wie lange die Hilfe voraussichtlich gewährt wird und wann die Situation neu bewertet werden soll.

Klare Kommunikation verhindert Konflikte

Tim Ranzetta, Mitbegründer und CEO von Next Gen Personal Finance, warnt: „Unklarheit schürt auf beiden Seiten Ressentiments." Um künftige Streitigkeiten zu vermeiden, empfiehlt Corey Seemiller, Professorin an der Wright State University und Mitautorin von „Generation Z: A Century in the Making", finanzielle Vereinbarungen schriftlich festzuhalten.

Junge Erwachsene, die Unterstützung erhalten, sollten ihren Eltern gegenüber offen über ihre Pläne sprechen. Ranzetta empfiehlt, dass sie „in der Lage sein sollten, ihren Eltern ein Budget, ein Sparziel und einen spezifischen Zeitplan vorzulegen". Boneparth rät zudem, bei regelmäßigen Gesprächen vorbereitet zu erscheinen und über Einkommen, Fortschritte bei der Jobsuche sowie die Schuldentilgung zu berichten.

Scham und soziale Ungleichheit als Begleitthemen

Viele junge Erwachsene empfinden Scham, wenn sie finanzielle Hilfe von ihren Eltern annehmen, wie van Stee von der Harvard University erklärt. Die Unterstützung kann die Sorge auslösen, hinter traditionellen Meilensteinen des Erwachsenenlebens zurückzubleiben. Gleichzeitig kann sie Unbehagen über das eigene Privileg hervorrufen – denn nicht alle haben Zugang zu dieser Art von Hilfe.

Eine Studie von Forschern der University of Buffalo und der New School aus dem Jahr 2021 zeigt, dass der Anteil schwarzer Erwachsener, die elterliche Unterstützung erhalten, deutlich geringer ist als bei weißen Erwachsenen. Dies unterstreicht die soziale Ungleichheit, die hinter dem Thema steckt. Van Stee betont jedoch auch: Oft sei es gerade die elterliche Hilfe, die es Kindern letztlich ermögliche, auf eigenen Füßen zu stehen.

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