Generation Z in der Schuldenfalle: Eltern müssen aushelfen
Trotz besserer Bildung und Vollzeitjobs können junge Erwachsene der Generation Z kaum noch selbstständig leben. Fast die Hälfte der Eltern unterstützt ihre Kinder finanziell – ein Rekordwert.

Die Generation Z kämpft mit der größten Bezahlbarkeitskrise seit Jahrzehnten. Obwohl junge Erwachsene heute häufiger einen Hochschulabschluss besitzen und Vollzeit arbeiten als ihre Eltern in diesem Alter, reicht das Einkommen oft nicht zum Leben. Der Grund: hohe Studienschulden und explodierende Lebenshaltungskosten.
Löhne hinken massiv hinterher
Die Zahlen des Urban Institute sind alarmierend: Zwischen 2017 und 2025 stiegen die mittleren Wocheneinkommen um 38 Prozent, während die Mieten um 50 Prozent zulegten. Besonders dramatisch: 49 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mussten laut der Century Foundation bereits medizinische Versorgung aufschieben oder ganz darauf verzichten – mehr als jede andere Altersgruppe.
Viele junge Erwachsene lassen Mahlzeiten ausfallen oder zapfen ihre Ersparnisse an, um über die Runden zu kommen. Die finanzielle Notlage zwingt sie, auf grundlegende Bedürfnisse zu verzichten.
KI-Revolution verschärft die Jobkrise
Die Situation dürfte sich weiter verschlechtern. Der Boom der künstlichen Intelligenz verändert den Arbeitsmarkt dramatisch und vernichtet Einstiegspositionen für Hochschulabsolventen. Die National Association of Colleges and Employers prognostiziert für den Jahrgang 2026 nur einen marginalen Anstieg der Einstellungen um 1,6 Prozent.
Experten warnen vor einer KI-getriebenen Rezession im Angestelltenbereich, die vor allem junge Arbeitnehmer treffen wird. Die Kombination aus hohen Schulden, steigenden Kosten und schlechteren Jobaussichten schafft eine gefährliche Gemengelage.
Rekord: Jeder zweite Elternteil zahlt mit
Die Folgen sind eindeutig: Etwa die Hälfte aller Eltern unterstützt ihre erwachsenen Kinder finanziell – ein historischer Höchststand. Sie übernehmen wesentliche monatliche Ausgaben wie Lebensmittel, Nebenkosten und Miete. Laut US-Volkszählungsbehörde lebt jeder dritte Erwachsene im Alter von 18 bis 34 Jahren noch bei einem Elternteil.
Finanzberater warnen vor Abhängigkeit
Edward Long, Direktor bei Avity Investment Management in Greenwich, Connecticut, sieht die Entwicklung kritisch: "Nach Jahren der Börsengewinne sind mehr Eltern in der Lage zu helfen. Aber das könnte eine Abhängigkeitsschleife schaffen." Die Empfänger großer Geschenke würden davon abhängig und entwickelten eine Erwartungshaltung.
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Zur AktienanalyseZudem verfügen längst nicht alle Eltern über die Mittel, ihre Kinder bis in die Dreißiger zu unterstützen. "Für ein Rentnerpaar mit festem Einkommen" sei dies besonders schwierig, so Long. Eine Studie von Ameriprise Financial mit über 3.000 Eltern bestätigt die angespannte Lage vieler Familien.
Langfristige Folgen für die Gesellschaft
Die Bezahlbarkeitskrise der Generation Z hat weitreichende Konsequenzen: Verzögerte Familiengründung, aufgeschobene Immobilienkäufe und geringere Altersvorsorge prägen die Zukunftsaussichten junger Erwachsener. Finanzexperten raten Eltern, klare Grenzen zu setzen und ihre eigene Altersvorsorge nicht zu gefährden.


