General Motors: Wall Street erwartet starke Q2-Zahlen vor Börseneröffnung
GM legt am Dienstag vor US-Börseneröffnung seine Quartalszahlen vor – Analysten rechnen mit einem Gewinnsprung von über 26 Prozent.

General Motors (GM) veröffentlicht am Dienstag vor der Öffnung der US-Börsen seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Die Wall Street blickt den Zahlen mit hohen Erwartungen entgegen: Laut den von LSEG zusammengestellten Durchschnittsschätzungen rechnen Analysten mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 3,20 US-Dollar sowie einem Umsatz von 47,01 Milliarden US-Dollar. Im Anschluss an die Veröffentlichung hält das GM-Management um 8:30 Uhr Ortszeit (ET) eine Telefonkonferenz ab.
Sollten die Erwartungen erfüllt werden, würde dies einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um mehr als 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeuten. Beim Umsatz hingegen wird ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent erwartet. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2025 erzielte GM einen Umsatz von 47,12 Milliarden US-Dollar, einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von 1,9 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 3,04 Milliarden US-Dollar.
Analysten erwarten Prognoseanhebung
Dan Levy, Analyst bei Barclays, zeigt sich optimistisch. Er erwartet, dass sowohl GM als auch der Lokalrivale Ford Motor – der seine Zahlen in der folgenden Woche vorlegt – die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal übertreffen werden. Darüber hinaus rechnet er mit „zumindest einer moderaten Anhebung" der Jahresprognose beider Automobilhersteller.
In einer Anlegernotiz vom 8. Juli begründete Levy seine Einschätzung wie folgt: „[Die Automobilhersteller] profitieren von einem starken makroökonomischen Umfeld – die US-SAAR (saisonbereinigte annualisierte Rate) entwickelte sich im ersten Halbjahr überdurchschnittlich, während die Preisgestaltung stabil blieb. Zudem haben sowohl Ford als auch GM eine gewisse Konservativität in ihre Prognosen eingebettet." Die US-SAAR ist eine wichtige Kennzahl für den amerikanischen Fahrzeugabsatz und gibt an, wie viele Fahrzeuge hochgerechnet auf das Gesamtjahr verkauft werden.
Zölle, Preise und Rohstoffkosten im Fokus
Neben den reinen Quartalszahlen und möglichen Prognoseänderungen für das Gesamtjahr 2026 werden Anleger besonders die Auswirkungen von Zöllen, Fahrzeugpreisen und Rohstoffkosten im Blick behalten. Dabei rücken insbesondere DRAM-Chips (Dynamic Random Access Memory) als relevanter Kostenfaktor in den Fokus – ein Hinweis auf die zunehmende Bedeutung von Halbleitern in der modernen Fahrzeugproduktion.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseGM hatte seine bereinigte Gewinnprognose für 2026 bereits im April angehoben, um eine Zollrückvergütung in Höhe von 500 Millionen US-Dollar einzupreisen. Die neue Prognosespanne liegt zwischen 13,5 und 15,5 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 11,50 bis 13,50 US-Dollar je Aktie. Das entspricht einem Anstieg von 500 Millionen US-Dollar oder 50 Cent pro Aktie gegenüber den vorherigen Erwartungen.
Für deutsche Anleger ist General Motors als einer der weltgrößten Automobilhersteller von Bedeutung – nicht zuletzt wegen der engen Verflechtungen der globalen Automobilindustrie und des Wettbewerbs mit europäischen Herstellern wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz. Die Quartalszahlen von GM gelten als wichtiger Stimmungsindikator für den gesamten Sektor.


